[Bericht] Flugtag in Uelzen 2023

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[Bericht] Flugtag in Uelzen 2023

Beitrag von Uwe » Do 25. Mai 2023, 20:24

von Uwe Bethke
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Himmelfahrtstag: Während die einen mit dem Bollerwagen durch die Lande ziehen, organisieren die anderen einen Flugtag. Und das schon seit über 40 Jahren! Der FSV Cumulus Uelzen hat auch in diesem Jahr Besucher von Nah und Fern eingeladen, an Himmelfahrt bei ihnen auf dem Platz in Barnsen die Welt der Freizeitflieger hautnah zu erleben.

Wir hatten uns zu Dritt verabredet, den Tag auf dem Flugplatz Uelzen zu verbringen. Pünktlich um 10:00 Uhr waren wir vor Ort.
An diesem Tag wurde den Besuchern einiges geboten: Die Flugzeuge des Vereins, der ortsansässigen Piloten und der eingeflogenen Gäste konnten aus nächster Nähe bestaunt werden. Wem das nicht reichte, der hatte auch die Möglichkeit, sich selbst in die Luft zu schwingen. Die Auswahl war groß. Womit sollte man fliegen? Mit der imposanten Antonov AN-2, liebevoll auch "Tante Anna" genannt, oder einem historischen Doppeldecker vom Typ Boeing Stearman aus den 40er Jahren? Oder doch lieber mit einem Heli oder vielleicht mit einem der verschiedenen vier- und zweisitzigen Sportflugzeuge? Es sollte auf jeden Fall für jeden Interessierten etwas dabei gewesen sein.

Wer am Boden blieb, konnte das Flugprogramm genießen: Über den Tag verteilt fanden interessante und abwechslungsreiche Flugvorführungen statt, die einem auch einen kleinen Einblick in die Geschichte der Fliegerei gaben. Dazu später mehr.
Das Salz in der Suppe waren die Überraschungsgäste des Tages, die einflogen und für ein paar weitere Highlights der Veranstaltung sorgten. Welche das waren? Das seht ihr weiter unten.

Auch die Kleinen kamen nicht zu kurz und hatten einige Möglichkeiten, sich auszutoben. Für das leibliche Wohl war ebenfalls ausreichend gesorgt, sodass einem schönen Flugtag nichts im Wege stand. Apropos schön: Die Organisatoren haben es auch nicht versäumt, Sonnenschein für den Tag zu bestellen. Somit waren auch die besten Voraussetzungen für ein schönes "Fotoshooting" gegeben.

Fangen wir gleich mit einem Highlight des Tages an.

1929 wurde ein kleines, zweisitziges Sportflugzeug von der Firma Junkers unter der Bezeichnung Junkers A50 Junior auf den Markt gebracht. Der relativ hohe Kaufpreis und die Weltwirtschaftskrise verhinderten, dass dieser Typ ein kommerzieller Erfolg wurde. Es wurden damals nur 69 Stück gebaut.
Die 2015 neu gegründete Junkers Flugzeugwerke GmbH entwickelte nach dem historischen Vorbild die neue Junkers A50 Junior nach den heutigen Standards im Flugzeugbau. Das äußere Erscheinungsbild liegt dicht beim Original. Die Frontpartie unterscheidet sich durch die Verwendung eines Rotax-Boxermotors anstelle eines Sternmotors und die auffälligen Speichenräder verleihen ihr ein noch filigraneres Aussehen. Bei der D-MDJU handelt es sich um die erste gebaute Maschine, die Ende 2021 ihren Erstflug absolvierte.
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Der legendäre Flugzeugbauer Hugo Junkers (1859 – 1935), Pionier bei der Entwicklung von Ganzmetallflugzeugen, hat zwischen 1915 und 1933 einige bedeutende Flugzeugtypen entwickelt und produziert. Legendär war die Junkers F13, das erste Ganzmetallflugzeug für die zivile Luftfahrt, die auch ein großer kommerzieller Erfolg wurde. Charakteristisch war ihre Wellblechbeplankung aus Duraluminium, das für eine hohe Stabilität der Konstruktion sorgte und quasi bis Anfang der 30er Jahre zu einem Markenzeichen für Junkersflugzeuge wurde. Aus der F13 wurde die Junkers W33 entwickelt, mit der 1928 die erste Nonstop-Atlantik-Überquerung von Ost nach West gelang. Das bekannteste Flugzeug aus dem Hause Junkers ist aber sicherlich die Ju 52/3m aus dem Jahr 1932. Eine dieser legendären, dreimotorigen "Tante Ju" flog bis vor einigen Jahren auch noch bei der Deutschen Lufthansa-Berlin-Stiftung mit dem Traditionskennzeichen D-AQUI und ist heute bei den Quax-Fliegern in Paderborn zu sehen.

Bleiben wir bei dem Thema Luftfahrtgeschichte der 30er Jahre. Aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrages war der Motorflug nach dem Ersten Weltkrieg in Deutschland verboten. Dadurch wurde der Segelflugsport hierzulande sehr populär. Zur Schulung wurden einfache Gleiter entwickelt, die von den Fluggruppen auch selbst gebaut und repariert werden konnten. Einer von ihnen war der Schulgleiter SG-38, von Edmund Schneider in Grunau entwickelt und seit 1938 in großen Stückzahlen eingesetzt. Die Holzkonstruktion mit den stoffbespannten Flächen wurden auch noch nach dem Zweiten Weltkrieg gebaut und einige fliegen noch heute, so wie die D-5452.
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Segelflugzeuge werden heute in der Regel mit einer Winde oder einem Flugzeug in ihr Element verfrachtet, früher gab es aber eine weitere, weit verbreitete Methode: den Start mit einem Gummiseil. Wie das funktioniert, wurde auf dem Platz praktisch demonstriert. Eine Mannschaft von über 20 Helfern, aufgeteilt in drei Gruppen, ist dafür notwendig. Während zwei Gruppen mit dem geteilten Gummiseil lossprinten, hält eine Gruppe den eingeklinkten Schulgleiter noch fest, bis Spannung auf dem Gummiseil ist. Nach dem Loslassen beschleunigt der Gleiter idealerweise so, dass er genug Auftrieb bekommt und vom Boden abhebt.
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Die Startmannschaft bei der Einweisung

Beim zweiten Versuch klappte dies auch perfekt und der SG-38 schwebte für einige Sekunden in der Luft.
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Zwischendrin mal ein Blick auf die Flightline: Hier überraschten diese beiden Piper J-3C Cub, ...
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... die D-EESN und ...
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... die D-EESH
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Beide scheinen erst vor kurzem in Deutschland registriert worden zu sein, denn man findet zu ihnen noch keine Informationen im Internet.
Von der Piper J-3 wurden von 1938 bis 1947 über 20.000 Maschinen produziert, darunter auch ca. 5.600 militärische Versionen, die als u. a. Verbindungsflugzeuge unter der Bezeichnung L-4 "Grashopper" oder als Beobachtungsflugzeuge unter der Bezeichnung O-59 ausliefert wurden.

Zwei schöne Doppeldecker vom Typ Stampe & Vertongen SV-4 waren ebenfalls zu sehen. Dieser Typ wurde Anfang der 30er Jahre in Belgien entwickelt und wurde noch nach dem Zweiten Weltkrieg bei der belgischen Luftwaffe als Basistrainer für die Pilotenausbildung eingesetzt. Es wurden über 1.000 Maschinen für die belgische und französische Luftwaffe hergestellt, die sie auch nach dem Zweiten Weltkrieg noch nutzten.
Die F-AZPH ist Baujahr 1947.
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Die D-ELSY wurde ebenfalls 1947 gebaut.
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Auch aus dieser Zeit stammt die Jodel D11, die 1950 ihren Erstflug hatte. Bei der D-EBDX handelt es sich um eine später in Spanien gebaute Jodel D1190S Compostela, Baujahr 1966.
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Wesentlich moderner kommt die Gyroflug SC01 Speed-Canard daher, obwohl ihr Erstflug auch schon über 40 Jahre zurückliegt (1980). Das Außergewöhnliche an dieser Maschine ist die Auslegung der Höhenruder vorne am Bug und der Druckpropeller am Heck. Durch die Anordnung des Höhenruders wandern die Tragflächen weit nach hinten, was in der der Draufsicht an die Körperform von Enten erinnert (langer Hals, kurzer Schwanz). Deshalb spricht man bei dieser Konfiguration auch von Entenflügler oder halt von Canards (französisch für "Enten"). Den Namen "Speed" verdient sich dieser Typ, von dem 58 Exemplare gebaut wurden, mit einer Höchstgeschwindigkeit von bis zu 365 km/h. In Uelzen war die D-EAUS zu sehen.
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Der Elektronantrieb hält auch in der Luftfahrt Einzug. Der Motorsegler Alisport Silent 2 Electro, hier die D-MEDY, wird durch einen Elektromotor angetrieben.
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Mittlerweile herrschte ein munteres Treiben auf der Bahn: Die Rundflüge mit den "kleinen" Maschinen liefen nun auf Hochtouren. Mit Vollgas zogen sie beim Start über die Bahn. Unterwegs waren folgende Maschinen:

Robin DR400/180R Remorqueur, D-EBSZ
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Cessna 172R Skyhawk, D-EOWL
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Aquila A210, D-EBOT
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Cessna 150D, D-EBTY.
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Die D-EBTY zeigte zum Schluß der Veranstaltung als letzten Punkt der Flugvorführungen noch eine Ziellandeübung, die ihr Pilot mit Bravour meisterte.

Zwischendrin knatterte auch der Rundflug-Heli über die Bahn. Bei der D-HOLZ handelt es sich um einen Hughes 369E.
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Sicherlich einer der Höhepunkte des Flugprogramms: Der F-Schlepp des SG-38. Als Schlepp-Flugzeug fungierte diese schöne Piper PA-18-150 Super Cub, D-EETT.
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Der Start des Gespanns, …
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… ein Gruß an das Publikum, …
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… eine Runde im Schlepp, …
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… im Queranflug …
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… und Konzentration auf die Landung.
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Es sah schon spektakulär aus, dieses zerbrechlich wirkende Konstrukt aus Holz und Stoff hoch am Himmel am Seil hinter dem Motorflieger hängen zu sehen.

Weniger zerbrechlich wirkt dagegen dies Antonov An-2, liebevoll "Tante Anna" genannt. Wobei diese hier auf den Namen "Annuschka" getauft wurde. Die An-2 wird häufig als größter fliegender einmotoriger Doppeldecker der Welt bezeichnet, was aber insofern nicht ganz richtig ist, da es sich genau genommen um einen Anderthalbdecker handelt. Die Spannweite des unteren Flügelpaares ist deutlich kleiner als die des oberen Flügels.
Aber was spielt das für eine Rolle, wenn man erst einmal die 1.000 PS des Sternmotors zum Leben erwacht sind und die "Tante Anna" tief blubbernd und mit quietschenden Bremsen an einem vorbeituckert, oder wenn sie sich mit Vollgas und diesem unverkennbaren Brummen gemächlich in die Luft schwingt. Die D-FWJH des Aeroclubs Aviators ist in Neustadt-Glewe stationiert und drehte einige Runden mit ihren Passagieren.
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Bleiben wir bei den Doppeldeckern. Wer es etwas exklusiver mochte, konnte in der Boeing Stearman aus den 40er Jahren mitfliegen. Sich im offenen Cockpit den Wind um die Nase wehen zu lassen, hat schon einen ganz besonderen Reiz. Die N60HW der Stearman Crew brachte einigen Besuchern dieses Erlebnis nahe.
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Der nächste Programmpunkt ließ nicht lange auf sich warten: F-Schlepp einer Schleicher Ka-6CR "Rhönsegler".
Die komplett aus Holz gebaute Ka-6 hatte ihren Erstflug 1955 und war ein äußerst erfolgreiches Modell in den 50er und 60er Jahren. Bis 1970 wurden über 1.000 Exemplare über alle Versionen gefertigt. Heute sollen in Deutschland noch über 400 aktiv genutzt werden. Die D-6053 ist in Uelzen stationiert.
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Als Schleppmaschine kam wieder die D-EETT zum Einsatz.
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Nicht im Bild: Beide Maschinen flogen nach dem Ausklinken eine schöne Formation, ein Manöver, das von einem eingespielten Team zeugt.

Den ganzen Tag über trudelten weitere Besucher ein, so wie dieser Motorsegler vom Typ Scheibe SF 25 C Falke, D-KHGA.
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Oder verließen den Platz wieder, wie diese Vans RV-4, D-EJMD.
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Ein echter Hingucker ist auch die Great Lakes 2T-1A-2, deren Entwurf auf die späten 20er Jahre in den USA zurückgeht. Sie wurde in den 70er Jahren modifiziert und neu aufgelegt. Die D-ESPX gehört zu diesem Kreis.
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Sicherlich auch ein Hingucker aufgrund des ungewöhnlichen Aufbaus ist die Comco Ikarus C22. Bei der D-MNOC kommt noch ihre coole Lackierung dazu.
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Ein weiterer Höhepunkt des Tages: das Vorfliegen der Junkers A50 Junior, D-MDJU. Schön anzuschauen, diese Maschine, bei einem schön geflogenen Display von Fliegerlegende Claus Cordes im stilechtem Outfit.
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Der erste "Überraschungsgast" kündigte sich mit einem Überflug an.

Eine echtes Schmuckstück ist diese Stinson L-5G Sentinel (N2581B), die auf den Namen "Little Five" getauft wurde. Im November 2021, nach knapp drei Jahren Restaurierungszeit, erhob sie sich das erste Mal wieder in die Luft.
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Die Stinson L-5 wurde Anfang der 40er Jahre als leichtes, zweisitziges militärisches Verbindungs- und Aufklärungsflugzeug in den USA gebaut. Zwischen 1942 und 1945 verließen ca. 3.600 L-5 die Werkhallen in Wayne, Michigan. Zum Einsatz kam sie während des zweiten Weltkriegs bei der USAAF, der US-Navy, den US-Marines und der britischen Royal Air Force (RAF). Ihr luftgekühlter Sechs-Zylinder-Motor vom Typ Lycoming O-435 mit 185/190 PS verhalf ihr zu sehr guten Flugleistungen in ihrer Klasse. So erreichte sie z. B. eine Höchstgeschwindigkeit von ca. 200km/h.
Die "Little Five" ist Baujahr 1945 und präsentiert sich in einer Lackierung einer Einheit des Air Rescue Service (ARS), der 1946 als Teil des Military Air Transport Service (MATS) innerhalb der neuen US Air Force gegründet wurde. Die Hauptaufgabe lag in der Bergung von Personen aus unwegsamem Gelände oder hinter feindlichen Linien, wo es nur wenig Platz für Starts und Landungen gab, sowie im Transport von Verwundeten. In dieser Rolle wurden die L-5 noch bis 1953 im Korea-Krieg eingesetzt, danach setzten sich die Hubschrauber endgültig für diese Art von Missionen durch.
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Das Flugprogramm des Tages war auch noch nicht abgearbeitet. Weitere Vorführungen standen an:

Die D-ECAH, eine Klemm Kl 107 B, startet zu ihrem Auftritt. Dabei zeigte ihre Kunstflugtauglichkeit und die ihres Piloten in einem sehenswerten Programm.
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Die Entwicklung der Klemm Kl 107 geht auf das Jahr 1939 zurück, jedoch wurden bis 1941 lediglich 6 Prototypen hergestellt. Ab 1956 wurde Produktion wieder aufgenommen und weitere 56 Maschinen in verschiedenen Versionen gebaut. 1961 wurde die Produktion wieder eingestellt. Mit Stand 2021 sollen in Deutschland noch 11 flugfähige Flugzeuge dieses seltenen Typs unterwegs gewesen sein. Die D-ECAH ist Baujahr 1959.
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Bleiben wir beim Kunstflug. Speziell für diesen Bereich wurde die Zlin Z-526 AFS entwickelt. Sie ist der Schlusspunkt einer langen Reihe von Trainings- und Kunstflugmaschinen aus dem Hause Zlin und wurde ab 1971 produziert.
Die D-EZTT wurde in Uelzen hervorragend vorgeflogen und schlug die Besucher mit ihren präzise ausgeführten Kunstflugfiguren in ihren Bann.
Auf dem Weg zum Start ...
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... und mit Speed ging es über die Bahn.
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Nach ihrem Solo ging sie mit dieser gelben Great Lakes, N507GL, in die Luft ...
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... und zeigte mit ihr zusammen einen schönen Formationsflug.
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Die Great Lakes wurde bereits am Morgen zur Eröffung des Tages in einem feinen Solo-Display vorgeflogen, allerdings ließ der noch bedeckte Himmel nicht so schönen Bilder zu.

Zum Nachmittag verließen die ersten Gäste die Veranstaltung:
Manche etwas spektakulärer, wie diese Comco Ikarus C42, D-MXLG, ...
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... manche etwas "gradliniger", wie diese Morane-Saulnier MS.892A, D-EGDI.
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Und wieder so ein Hingucker: Er sieht älter aus als er ist. Der Platzer Kiebitz ist ein Kind der 80er Jahre (Entwurf), die Lackierung der D-MLBW suggeriert einen britischen Doppeldecker aus den Tagen des Ersten Weltkriegs. Trotzdem (oder gerade deswegen) ein schönes Fotomotiv.
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Ein weiterer Programmpunkt des Tages: Ein schneller Überflug der Colombia 400, N666AS, die sich hier auf den Weg macht. Ein Continental TSIO-550-C 6-Zylinder-Boxermotor mit 9,05 l Hubraum und einer Leistung von 310 PS ermöglicht ihr eine Höchstgeschwindigkeit von 435 km/h.
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Am späten Nachmittag kamen noch zwei "Überraschungsgäste" rein.
Den Anfang machte diese schöne Luscombe 8. Der Typ wurde von 1938 bis 1949 in ca 2.220 Exemplaren gefertigt. Bei der D-EKUH handelt es sich um eine Luscombe 8F Silvaire, die ab 1948 auf den Markt kam.
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Und dann noch ein richtiger "Burner". Anfangs war nicht klar, ob es bei einem Überflug bleiben würde, doch dann setzte er zur Landung an und rollte uns direkt vor die Kamera. Wer diese Maschine bisher noch nicht gesehen hatte, war sicherlich beeindruckt, wer sei schon kannte, hat sich gefreut: Diese Spartan Executive 7W, NC17613, kam zu einer kurzen Stippvisite.
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Von der Executive wurden zwischen 1936 und 1940 insgesamt nur 36 Maschinen gebaut. Die NC17613 ist Baujahr 1937 und war die zwölfte Maschine, die produziert wurde.
Bis zum Bau der Executive verließen eher kleine, konventionelle Flugzeuge die Werkhallen von Spartan. Mit der Executive wagte das Unternehmen den Sprung in die Klasse der modernen, einmotorigen, exklusiven Geschäftsreiseflugzeuge, zu der z. B. auch die Beech 17 Staggerwing gehörte. In Ganzmetallbauweise ausgeführt, stark motorisiert, mit Einziehfahrwerk ausgestattet und luxuriös eingerichtet, sollte sie die Geschäftsleute großer Unternehmen ansprechen. Zu den prominenten Eignern einer Spartan 7W Executive gehörte z. B. der amerikanische Milliardär Howard Hughes.
Der luftgekühlter 9-Zylinder-Sternmotor vom Typ Pratt & Whitney R-985-AN3 leistet 450 PS und verhilft der Maschine zu einer Höchstgeschwindigkeit von ca. 410 km/h, die Reisegeschwindigkeit liegt bei ca. 350 km/h.

Die Veranstaltung neigte sich so langsam dem Ende zu, die Rundflüge waren beendet, es kehrte Ruhe auf dem Platz ein und die letzten Gäste brachen auf. Ein paar Impressionen zum Schluss:

Platzer Kiebitz, D-MDAO
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Zlin Z-526 AFS, D-EZTT
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Luscombe 8F Silvaire, D-EKUH
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Stinson L-5 "Little Five", N2581B
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Spartan Executive, NC17613
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Junkers A50 Junior, D-MDJU
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Und ein kleines Potpourri:
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Somit war es auch für uns Zeit, die Heimfahrt anzutreten. Es war ein toller Tag auf dem Flugplatz Uelzen, von dem wir viele Eindrücke und natürlich auch viele Bilder mitgenommen haben. Und ich denke, nicht nur wir, sondern auch die vielen Besucher, werden diesen Tag in guter Erinnerung behalten.

Am Ende bleibt nur noch, dem FSV Cumulus Uelzen mit seinen Organisatoren und vielen Helfern danke zu sagen für einen gelungenen Flugtag in diesem Jahr.

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Re: [Bericht] Flugtag in Uelzen 2023

Beitrag von Swen » Fr 26. Mai 2023, 14:34

Dein Titlebild sprengt alle anderen Bilder! Mega geil.
Bis denn der Swen

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Re: [Bericht] Flugtag in Uelzen 2023

Beitrag von BSer » Mo 29. Mai 2023, 21:48

Großen Respekt für diesen Bericht und vor allem die detaillierte Recherche zu all den Maschinen :hi: Allein das Nachbearbeiten der Bilder hat sicher schon Stunden gedauert. Einige Flugzeugtypen kannte ich noch gar nicht!
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Re: [Bericht] Flugtag in Uelzen 2023

Beitrag von Uwe » Mo 29. Mai 2023, 21:57

Stunden ...? :grin:
Schön, dass für dich auch was Neues dabei war, dann lohnt sich auch das Recherchieren, mal unabhängig davon, dass es mich natürlich auch interessiert ;).
Gruß Uwe :hi:


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