[Bericht] Ostblock Fly-In 2022 – Der Sonntag

Artikel und Berichte findet man hier. Jedes LCBS Mitglied kann einen Artikel oder Bericht schreiben.
Forumsregeln
Forumsregeln
Hier findest Du spezielle Themen von uns rund um die Luftfahrt, den Flughafen und den LCBS mit folgenden Schwerpunkten:

- Allgemeine Luftfahrt / Airlines
- Flughafen / Institute / Firmen / Vereine am BWE
- Flugzeuge mit Geschichte(n) / Typengschichten
- LCBS
- Veranstaltungen / Reiseberichte

Falls ihr Anregungen oder weitere Informationen habt, meldet euch über unser Kontaktformular oder schreibt einfach den Ersteller des Artikels per Privater Nachricht an.
Antworten
Benutzeravatar
Uwe
Team
Beiträge: 4553
Registriert: Fr 20. Mai 2011, 19:54
Wohnort: Wolfsburg
Hat sich bedankt: 482 Mal
Danksagung erhalten: 1152 Mal
Kontaktdaten:

[Bericht] Ostblock Fly-In 2022 – Der Sonntag

Beitrag von Uwe » Mo 25. Jul 2022, 15:45

Bild

Vom 11. – 12.06.2022 hatten die Quax-Flieger am Standort Bienenfarm wieder zum Ostblock Fly-In eingeladen. Nach dem Mega-Event im letzten Jahr, als coronabedingt das Ostblock Fly-In verschoben werden musste und dann mit dem internationalen Antonov An-2-Treffen zusammengelegt wurde, war es diesmal wieder ein “normales“ Ostblock Fly-In.

Bedingt durch eine Urlaubsrückreise am Samstag, blieb in diesem Jahr nur der Besuch der Veranstaltung am Sonntag übrig. Wie zu erwarten war, gab es natürlich schon ein paar Rückreisen von Teilnehmern am Samstag, sodass der Sonntag etwas weniger zu bieten hatte als der Vortag. Leider betraf dies auch einige Ostblock-Flieger, die nur am Samstag zu sehen waren. Übrigens reagieren die Quaxe darauf, in dem sie die Ticketpreise für den Sonntag reduzieren. Ein durchaus faires Angebot.
Aber trotzdem gab es auch am Sonntag noch einiges zu sehen. Im Mittelpunkt standen natürlich die Flying Displays des Tages. Daneben gab es auch noch einiges an Flugbetrieb durch die Rundflüge, die eigentlich unentwegt unterwegs waren. Die Masse der zu sichtenden Bilder, die Auswahl und Aufbereitung haben jedenfalls einiges an Zeit in Anspruch genommen
Auch wenn die Veranstaltung nun schon einige Tage her ist, haben die Bilder hoffentlich nichts von ihrem Reiz verloren und machen vielleicht Lust auf die nächsten Veranstaltungen bei den Quaxen in Bienenfarm.

Bei unserer Ankunft hielt sich die Sonne leider noch etwas hinter den Wolken zurück und es dauerte ein halbes Stündchen, bis sie sich mal hervorwagte. Obligatorisch das Ablaufen der Flightline auf dem Weg zur Bahn, bis wohin auch bei dieser Veranstaltung der Besucherbereich wieder ging.

Just als wir ankamen machte sich die einzige PLZ 104 Wilga 35A des Tages auf den Heimweg. Das Kennzeichen D-EHWY erinnert an die alten DDR-Registrierungen DM-WHY und die Lackierung entspricht noch derjenigen aus der Zeit bei der Gesellschaft für Sport und Technik (GST) der ehemaligen DDR.
Bild

Bild

Flightline:
Yakovlev Yak-52, LY-APW
Bild

Sicherlich einer der Stars des Tages, die Yakovlev Yak-11 „Moose“, D-FYAK. Ihre Entwicklung geht direkt auf die Yak-3 zurück, ein sowjetisches Jagdflugzeug aus dem zweiten Weltkrieg. Der Prototyp der Yak-11 flog 1945 und diente der Fortgeschrittenen-Schulung von Piloten, vergleichbar mit der North-American T-6 in den USA. Ab1952 wurde die Maschine in der Tschechoslowakei unter der Bezeichnung Let C-11 in Lizenz gebaut. Insgesamt wurden bis zum Produktionsende 1956 über 4.500 Maschinen gebaut.
Die Bezeichnung „Moose“ (Elch) stammt nicht vom Hersteller, sondern ist der „NATO reporting name“ der Yak-11 aus der Zeit des kalten Krieges, also ein Code-Wort zur eindeutigen Bezeichnung eines feindlichen Flugzeug- bzw. Raketentyps innerhalb der NATO. Danach erhielten alle Flugzeugtypen des Warschauer Pakts und später auch Chinas eine entsprechende Bezeichnung, die anhand des Anfangsbuchstabens auch grob auf den Verwendungszweck schließen ließ: „F“ für Jagdflugzeuge (Fighter), „B“ für Bomber, „C“ für Transporter (Cargo), „H“ für Hubschrauber und „M“ für Sonstige (Miscellaneous). Die Yak-11 als Schulflugzeug fiel in die letzte Kategorie.
Bild

Und noch eine Yak-52, LY-YES
Bild

Zahlenmäßig am stärksten vertreten von den „Ostblockern“ waren die Zlin Z-42, bzw. Z-142 und die Z-43.
Die erste machte sich bereits auf den Heimweg. Bei der SP-ACZ handelt e sich um eine Zlin Z-142, eine Modifikation der Z-42, gut erkennbar an der sich nach vorn öffnenden Schiebehaube anstelle der seitlichen Türen.
Bild

Diese Zlin Z-42MU, D-EWMT, kam aus Rudolstadt, …
Bild

… ebenso wie diese viersitzige Zlin Z-43, D-EWFG.
Bild

Es trudelten aber noch weitere Besucher ein.
Bei der D-EKMQ handelt es sich ebenfalls um eine Zlin Z-43.
Bild

Diese Zlin Z-42M ist in Tschechien registriert, OK-ILQ.
Bild

Man sieht, wir waren am Taxiway angekommen.
Es war nun ein munteres Kommen und Gehen. Aber nicht nur die Ostblock-Flieger weckten das Interesse. Das ein oder andere Schmuckstück aus der Welt der historischen Flugmaschinen war auf der Bahn zu sehen, so wie diese schöne Piper PA-18-95 Super Cub, D-EKHO, aus Schönhagen.
Bild

Oder wie diese Jodel DR.1050 Ambassadeur, D-EATN, aus dem Jahr 1963.
Bild

Nanu, was ist das denn für ein schlanker und eleganter Doppeldecker?
Obwohl im Jahr 1992 bereits das erste Mal abgehoben, ist mir bisher bewusst noch keine der ca. 50 gebauten Dallach D3 Sunwheel untergekommen. Die Sunwheel ist eine Konstruktion von Wolfgang Dallach, der mit seinem ersten Entwurf, der Dallach Diabolo, eine viel beachtete Kunstflugmaschine baute, mit der er zweimal deutscher Vizemeister und einmal Europa-Vizemeister im Kunstflug wurde. Nach seiner aktiven Zeit im Kunstflug entwickelte er ab 1982 Ultraleichtflugzeuge, die als Bausätze vertrieben wurden.
Dies ist die D-MTVM …
Bild

… und damit man sich den Typ besser einprägen kann, kam „Bloody Harry“ mit einer zweiten Sunwheel gleich hinterher. Registriert ist sie unter dem Kennzeichen D-MOCB.
Bild

Und noch ein Exot, diesmal aber beim Abflug: Bei der D-KFBW handelt es sich um eine Aeromot AMT-200 Super Ximango aus brasilianischer Produktion. Dieser Typ ist eine Weiterentwicklung der Fournier RF-10, deren Entwicklungsrechte nach nur 14 in Frankreich produzierten Maschinen auf die brasilianische Firma Aeronaves e Motores S.A. übergingen. Insgesamt 126 Stück wurden von der AMT-200 gebaut, von denen einige auch unter der Bezeichnung TG-14A bei der USAF geflogen wurden.
Bild

Noch ein paar weitere Impressionen des Tages von der Start- und Landebahn:
Bild
Zum Vergrößern auf das Bild klicken.

Mittlerweile hatte auch der Rundflugbetrieb eingesetzt. Die Antonov An-2, D-FOJN, „bretterte“ an diesem Tag das ein ums andere Mal die Piste runter und den Taxiway rauf. Später mehr davon.
Bild

Ebenso die Stearmans.
Bild

Die in Bienenfarm stationierte gelbe N3972U war an diesem Tag ebenso unterwegs …
Bild

… wie die D-EQXL der Quaxe.
Bild

Ergänzt wurde das Trio durch diese schöne schwarz-weiße Stearman der Artdeco aus Hannover, N9054H.
Bild

Und auch die Dornier Do 27 der Quaxe, die D-EDNU, beteiligte sich daran, dem großen Interesse an Rundflügen nachzukommen.
Bild

In die Kategorie „Ostblock“ fällt diese PZL 150 Koliber, bei der es sich aber um einen polnischen Lizenzbau eines „West-Produktes“ handelt, nämlich der Morane-Saulnier 880 Rallye.
Bild

Hightnoon: Der erste Display-Block beginnt Schlag 12 mit der Suchoi 26, SE-LXZ. Wie die Yak-52, wird sie von einem Neu-Zylinder-Sternmotor des Typs Wedenejew M-14 mit einer Leistung von 365 PS angetrieben. Ohne Smoker und in relativ großer Höhe vorgeflogen, waren die Feinheiten der Darbietung vom Boden aus allerdings nicht so leicht zu beobachten.
Bild

Bild

Bild

Danach ging die Yak-54, LY-DOC, an den Start und zeigte ein tolles Display mit vielen spektakulären Kunstflugfiguren.
Bild

Bild

Bild

Bild

Es folgten die Displays eines Zlin-Duos und der Texan der Quaxe, von denen weiter unten ein paar Bilder von der Nachmittagsvorstellung folgen.
Kleiner Wehrmutstropfen der diesjährigen Veranstaltung war das, wohl aus technischen Gründen, Fehlen der beiden Agrarflieger PLZ M21 Dromader und PZL 106 Kruk, die in den Vorjahren ihr beeindruckendes Display inklusive Wasserabwurf gezeigt haben. Wer es noch einmal sehen möchte kann über den Link am Ende noch einmal in den Bericht zum Ostblock Fly-In 2021 schauen.

Nach den Vorführungen gingen die Abreisen weiter.

Darüber habe ich mich gefreut: Wiedersehen mit einer alten Bekannten. Die D-ESMO flog viele Jahre für die Braunschweiger FFG und hat so manche Tour mit den LCBS-Spottern gemacht.
Bild

Und noch eine Zlin Z-43, D-EKGC.
Bild

Dann war es Zeit für eine mittägliche Platzrunde. Mittlerweile hatte sich die Sonne durchgesetzt.
Sunwheels in the sun:
Bild

Bild

Zeitlos schön, die Bölkow 207, D-EBTA.
Bild

Eine weitere Zlin Z-142, D-ESNQ und …
Bild

... die Zlin Z-42, D-EWNE, die uns später noch begegnen wird.
Bild

Die Yakovlev Yak 11 “Moose”, D-FYAK, wartet auf ihren Auftritt am Nachmittag.
Bild

Und die Focke-Wulf Fw 44J Stieglitz, D-EXWO, wurde aus der Halle gerollt. Von ihr wird es später auch noch mehr zu sehen geben.
Bild

Bei der farbenfrohen D-EGPH handelt es sich um eine Bellanca Citabria 7GCBC.
Bild

Die Pilatus P-2, D-EGAW, gehört zu den Quaxen.
Bild

Auch die Pilatus P-3, F-AZQQ, war nun draußen abgestellt.
Bild

Vor dem zweiten Display-Block noch einmal ein Blick auf die Rundflüge.
"Full Throttle"
Bild

Immer wieder beeindruckend, wenn die „Anna“ einschwebt …
Bild

… und manchmal ist die Landung etwas sportlicher.
Bild

„Stearman to Heaven“, hier die gelbe D-EQXL …
Bild

… und hier die weiße N9045H.
Bild

Der zweite Display-Block wurde diesmal von der Stearman, N3972U, eröffnet, die ein schönes Display flog …
Bild

Bild

Bild

… und am Ende noch einmal für die Spotter eindrücklich die Funktion des Smokers demonstrierte.
Bild

Einer der Höhepunkt des Tages war sicherlich die Vorführung der Yak-11. Die D-FYAK zeigte, was in ihr steckt und wurde toll vorgeflogen. Nach dem Display verabschiedete sie sich direkt in Richtung Heimat.
Bild

Bild

Bild

Allerdings begeisterte auch noch ein anderes Display die Zuschauer, sowohl im ersten wie auch im zweiten Block. Diese zwei Zlin Z42, die D-EWNE und die die D-EWOF, zeigten Formationsflug vom Feinsten und spektakuläre Einlagen. Für war es das eigentliche Highlight der Veranstaltung. Deshalb hier ein paar mehr Bilder aus dem zweiten Block.
Sie legten schon fulminant los:
Bild

In tadelloser Formation ...
Bild

Bild

.. umtänzelnd ...
Bild
Zum Vergrößern auf das Bild klicken.

... und "Face to Face".
Bild

Den Applaus der Besucher hatten sich die beiden mehr als verdient.
Bild

Zwischenzeitlich hatte sich auch die Texan der Quaxe auf den Weg gemacht.
Bild

Die D-FSIX rockte mit ihrem 600 PS den Himmel über Bienenfarm, schön anzusehen.
Bild

Bild

Bild

Auch hier war dem Piloten der Applaus sicher.
Bild

Mit dem letzten Display des Tages neigte sich die Veranstaltung langsam dem Ende zu.

Zeit für ein kleines Special, das mir viel Freude machte: Die Focke-Wulf Fw 44 Stieglitz der Quaxe, die D-EXWO, drehte im schönsten Nachmittagslicht ein paar Runden und sorgte damit für eine paar schöne Fotos zum Ausklang.
Bild

Bild

Bild

Bild

Bild

Den Schlusspunkt sollen jedoch echte Ostblock-Flieger setzen. Die Kunstflug-Zlins verabschiedeten sich mit zwei weiteren Maschinen …
Bild

Bild

… in schöner Vierer-Formation von einer gelungenen Veranstaltung.
Bild



Rückblicke:

LCBS: Ostblock Fly-In & Antonov An-2 Treffen 2021 (I)

LCBS: Ostblock Fly-In & Antonov An-2 Treffen 2021 (II)

LCBS: Ostblock Fly-In 2019
Gruß Uwe :hi:


Meine Foto-Website - Meine Bilder bei JetPhotos - Meine Bilder bei Planespotters

Nikon D7200 - Nikon D7100 - Nikon D90
AF-S Nikkor 18-105mm 1:3,5-5,6 VR ED DX - AF-P Nikkor 70-300mm 1:4,5-5,6E VR ED IF
Tamron SP 70-300mm 1:4-5,6 USD DI - Tokina SD 12-24mm 1:4 (IF) DX II
Sigma 50mm 1:1,4 DG - Sigma 100-400mm 1:5-6,3 DG OS HSM Contemporary

Lightroom - Photoshop Elements - PhotomatixPro

Benutzeravatar
alphacentauri434
Team
Beiträge: 2288
Registriert: Mo 19. Jul 2010, 15:19
Hat sich bedankt: 149 Mal
Danksagung erhalten: 951 Mal

Re: [Bericht] Ostblock Fly-In 2022 – Der Sonntag

Beitrag von alphacentauri434 » Mi 27. Jul 2022, 22:10

Sogar mit Korkenzieher an der Wilga und die beiden Zlins waren tatsächlich das Highlight des Tages, schön eingefangen :good:
Gruß
Frank

Benutzeravatar
Karsten
Team
Beiträge: 3954
Registriert: Mo 28. Mär 2005, 21:53
Wohnort: Waggum
Hat sich bedankt: 708 Mal
Danksagung erhalten: 191 Mal
Kontaktdaten:

Re: [Bericht] Ostblock Fly-In 2022 – Der Sonntag

Beitrag von Karsten » So 31. Jul 2022, 21:46

:herz: :friends:
Toller Bericht! Echt viel gesehen und mitgenommen.

Mein Highlight! Ganz klar:
Darüber habe ich mich gefreut: Wiedersehen mit einer alten Bekannten. Die D-ESMO flog viele Jahre für die Braunschweiger FFG und hat so manche Tour mit den LCBS-Spottern gemacht.

Bild
Viel erlebt mit der guten MikeOskar!

Antworten