[Bericht] 5. Mettbrötchen-Fly-In 2022 – Hildesheim EDVM (Teil II)

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Uwe
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[Bericht] 5. Mettbrötchen-Fly-In 2022 – Hildesheim EDVM (Teil II)

Beitrag von Uwe » So 3. Jul 2022, 21:34

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Machen wir am Samstag dort weiter, wo wir am Freitag aufgehört haben. Die DC-3 präsentierte sich im schönen Licht des Vormittags. Wir werden ihr später noch begegnen, denn sie war sehr aktiv an diesem Tag und sorgte noch für das ein oder andere schöne Foto-Motiv.
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Blick auf ein paar Details
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Im erfrischenden Gelb strahlte diese schöne Bellanca Citabria 7GCBC der Sonne entgegen. Ursprünglich von Champion Aircraft 1964 auf den Markt gebracht, wurde die Firma 1970 von Bellanca übernommen, die die Citabria unter dem neuen Firmennamen weiter produziert hat. Die D-EGPH ist Baujahr 1975 und fiel somit in diese Periode. Übrigens ergibt der Name "Citabria" rückwärts gelesen das Wort "Airbatic", ein dezenter Hinweis darauf, dass dieser Typ kunstflugtauglich ist.
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Aus der Do-27-Gemeinde kamen am zweiten Tag noch zwei weitere Vertreter zum kalten Buffet:
Aus Nordholz reiste die D-EGFR an. Sie wurde 1957 als Do 27-A1 gebaut und ging an die Heeresfliegerstaffel 813 in Fritzlar. Nach Einsätzen in verschiedenen Verbänden der Bundeswehr begann sie 1971 ihre zweite Karriere in zwei Sportfluggruppen der Bundeswehr, bis sie 1980 dann zur Sportfluggruppe Nordholz/Cuxhaven e.V kam, dem zivilen Nachfolger der Sportfluggruppe Nordholz der Bundeswehr.
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Über diese Do 27 habe ich leider nicht viel herausgefunden, außer dass es sich bei der D-EJJJ im eine Dornier Do 27-B1 mit der Werknummer 192 aus dem Jahr 1957 handelt. Vielleicht kann noch jemand mehr zu dieser Maschine sagen.
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Übrigens: Wer Lust auf mehr Do 27 (bekommen) hat, sollte vom 26.08. – 28.08.2022 in Bad Gandersheim vorbeischauen. Dort treffen sie sich zusammen mit den "Piggis", den Piaggio FWP 149: Facebook: - Do 27 Bad Gandersheim

Apropos "Piggi": Eine fand auch den Weg nach Hildesheim. Die Piaggio FWP 149D, Baujahr 1957, mit der amerikanischen Reg. N52571 verabschiedete sich mit einer offensichtlich gut gelaunten Besatzung und einem freundlichen "Thumb up". Thanks!
Am Rumpf trägt sie das Staffelabzeichen der 1. Staffel des Jabo-Geschwaders 33 in Büchel.
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Nach der Camouflage wieder etwas Farbe: Auch Rot sehen kann durchaus mal positiv sein.
In klassischer roter Lackierung: Pitts S-2A Special, D-EIAB. Die erste Pitts Special flog bereits 1945. Sie ist komplett für den Kunstflug entwickelt worden und hat ihr grundlegendes Design bis heute nicht verändert. Die Pitts S-2A Special wurde ab 1972 produziert.
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Keine "Standard-Stearman": Der Neun-Zylinder-Sternmotor der roten Stearman der Stearman-Crew bring die doppelte Leistung des Standardtriebwerks an die Schraube: satte 450 PS, die sich auch akustisch durchaus bemerkbar machen.
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Und noch so ein schönes Schmuckstück im edlen Rot: Diese Beech D17S Staggerwing ist vor allem den Braunschweigern sehr bekannt, war die N69H doch jahrelang dort beheimatet.
Im Mai 1943 wurde die N69H an das US Army Air Corps in der Militärversion als UC-43 ausgeliefert und dort bis 1946 als Verbindungsflugzeug intensiv genutzt. Danach ging sie durch die Hände von drei Besitzern, bis sie der damalige Chefingenieur der U.S. Air Force ab 1970 gründliche überholte, bzw. neu aufbaute. Das nahm ganze acht Jahre in Anspruch! 1992, nach weiterer Cockpit-Restaurierung, wurde die N69H im Flug aus den USA nach Europa überführt und ist seit dem Gast auf vielen regionalen und überregionalen Flugtagen.
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Die nächsten Highlights treffen ein.
Eine North American P-51D Mustang ist in unseren Breiten keine Selbstverständlichkeit bei einem Fly-In, obwohl die Tendenz erfreulicherweise steigend ist. Umso erfreulicher, dass diese Mustang den Weg nach Hildesheim gefunden hat.
Bei der N51AB handelt es sich um einen australischen Lizenzbau der Mustang, die dort unter der Bezeichnung Commonwealth Aircraft CA-18 produziert wurde. Nie N51AB wurde 1944 für die Royal Australian Air Force (RAAF) gebaut, die sie 1956 außer Dienst stellte. 2015 kam sie aus den USA nach Deutschland und wurde Von Meier Motors in Bremgarten überholt, siehe auch Flugrevue: Neuzugang aus den USA - weitere Mustang bei Meier Motors.
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Bleiben wir bei den Warbirds.
Diese schöne, blankpolierte Beech 18 startete ihre Karriere 1942 als Fortgeschrittenentrainer bei der USAAF als Beech AT-11 und der Serien-Nummer s/n 42-36980. 1954 wurde sie zu einer Beech C-45H umgebaut, der militärischen Frachtversion der Beech 18. Dabei erhielt sie mit der s/n 52-1088 auch eine neue Seriennummer. Ihre zivile Kennung N480P erhielt sie 1963. Irgendwann nach 2016 muss sie dann ihren Weg nach Europa gefunden haben, ab 2019 tauchen Bilder von ihr in Deutschland auf. Leider konnte ich hierzu keine weiteren Informationen finden. Vielleicht kann jemand weiterhelfen?
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Ein schönes Stück Luftfahrtgeschichte:
Die D-GADA (Baujahr 1959) trägt die Farben der Deutschen Lufthansa GmbH (DLH), die am 1955 in der DDR gegründet wurde. Diese hatte aber nichts mit der bereits 1953 in der Bundesrepublik gegründeten Deutschen Lufthansa AG zu tun. Im Zuge einer drohenden rechtlichen Auseinandersetzung bezüglich des Namens wurde die Lufthansa in der DDR 1963 mit der 1958 entstandenen Interflug zusammengelegt. Die DDR betrieb eine Handvoll Aero 45S, die sowohl bei der DLH wie auch bei der NVA zum Einsatz kamen. Neben der historischen Lackierung trägt die D-GADA auch das Traditionskennzeichen DM-SKA einer Aero 45S der DLH aus dieser Zeit.
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Diese beiden Cessnas gehören zum einzigen Nachkriegsmodell der Fima, das mit einem Sternmotor ausgerüstet war: Cessna Modell 190/195.
Die N1904U ist eine Cessna 190, die 1950 gebaut wurde.
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Die N1567D ist eine Cessna 195A, Baujahr 1952. Der wesentliche Unterschied zwischen den beiden Maschinen liegt in der Motorisierung. Das Triebwerk der Cessna 195 ist ein Jacobs L-4MB und leistet 245 PS und die Cessna 190 wird von einem Continental W670-23 mit 240 PS angetrieben.
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Nachmittags traf noch eine weitere Texan ein, bzw. ein kanadischer Lizenzbau in Form einer Canadian Car & Foundry Harvard IV ein. Die D-FUKK ist Baujahr 1952 und diente bis 1967 in der kanadischen Luftwaffe als Schulungsflugzeug.
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Ursprünglich auch mal als Schulungsflugzeug konzipiert wurde die Bücker Bü 181 Bestmann. In Hildesheim war mit der D-EEXE ein ägyptischer Nachbau zu sehen, der unter der Bezeichnung Heliopolis Gomhouria Mk.6 produziert wurde.
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Weitere Gäste am Nachmittag:
Eine Antonov An-2 schaute noch vorbei. Die D-FWJE kommt aus Ballenstedt.
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Eine Luscombe 8E Silvaire „Chickadee“, N1990B, Baujahr 1948.
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Und noch eine Stearman: N5345N, Baujahr 1942.
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Dann wurde es Zeit, mal über den anderen Abstellplatz zu schauen, denn hier hatten sich mittlerweile auch viele Gäste eingefunden.

Einige Piper Super Cubs hatten ihren Weg nach Hildesheim gefunden:

D-EDRY: Piper PA-18-95 Super Cub, Baujahr 1959.
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D-EBJB: Piper PA-18-135 Super Cub, das Baujahr konnte ich nicht ermittelt, vermutlich 1954.
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D-EOPA: Piper PA-18-95 Super Cub, Baujahr 1951.
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D-EETT: Piper PA-18-150 Super Cub, Baujahr 1951.
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D-EDUN: Piper PA-18-95 Super Cub, Baujahr 1951.
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D-EKKF: Piper PA-18-95 Super Cub, Baujahr 1951.
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D-ENLK: Piper PA-18-95 Super Cub, Baujahr 1952.
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Sowie einige andere bemerkenswerte Flugzeug, von denen hier exemplarische einige (natürlich völlig subjektiv) herausgepickt wurden.

Schönes Design: FK-Lightplanes FK-12 Comet, D-MSLP.
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Morane Saulnier MS.892A Rallye Commodore 150, D-ECZU, Baujahr 1965.
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Erinnert an die britischen Jäger des ersten Weltkriegs, ist aber doch wesentlich jünger: Platzer Kiebitz, D-MLBW.
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Ein echter Klassiker: Bolkow Bo208C, D-EGVI, Baujahr 1967.
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Und noch ein echter Klassiker: Champion 7GCBC Citabria, D-EKFA.
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Vom Abstellplatz der Besuchermaschinen aus ließen sich auch die regen Aktivitäten der DC-3 gut beobachten, die etliche Ausflüge unternahm. Noch ein paar Bilder von einem beeindruckenden Flugzeug. Morlock Aviation - and here we go …
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Zum Abend hin wurden dann auch noch ein paar Helis aktiv und wirbelten im wahrsten Sinne des Wortes eine Menge Staub auf.
Bemerkenswert diese Hiller UH-12B. Die Hiller UH-12 ist ein amerikanischer Hubschrauber der ersten Generation, der ab 1948 produziert wurde und seine Feuertaufe im Koreakrieg erhielt. Die N212W ist Baujahr 1957 und aktuell in Hannover stationiert.
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Auch kolbenmotorgetrieben, aber einige Generationen später, kam die Robinson RV44 auf dem Markt. In Hildesheim war die D-HALV zu sehen.
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Bei der D-HPNV handelt es sich eine Agusta-Bell 206B JetRanger II, die hier einen Eurocopter EC 135T2 der Firma Sky Heli kreuzt (D-HHWK).
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Zum Schluss noch ein paar Impressionen vom Samstagabend.
Yak-52, LY-FOR
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CCF Harvard IV, D-FSIX
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Dornier Do 27, D-EFOB
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Spartan Executive, NC17613
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Wenn man bei einigen Bilder auf den Hintergrund geachtet hat, kann man ahnen, dass dieser Bericht nur einen Teil der Teilnehmer der Veranstaltung würdigen konnte, den aber hoffentlich gebührend.
Es war von den Teilnehmern her ein Mega-Event und man fragt sich, wie man das über drei Tage reibungslos über die Bühne bringen kann. Man ahnt, dass es dafür eine sehr gute Organisation braucht, den guten Willen und eine gute Kommunikation zwischen allen Beteiligten am Flugplatz, viele fleißige Helfer und nicht zuletzt tolle Gäste. Allen gebührt ein Dank dafür, dass man die Tage als Besucher genießen konnte. Dies und die vielen Teilnehmer mit ihren außergewöhnlichen, fliegenden Schätzen, machten dieses Fly-In wieder zu einer ganz besonderen Veranstaltung. Und natürlich nicht zu vergessen - die reichlichen, liebevoll geschmierten Mettbrötchen.
Mein spezieller Dank gilt an dieser Stelle Philipp, der es erst möglich gemacht hat, dieses Fly-In aus sprichwörtlich vielen Blickwinkeln begleiten zu können.

In diesem Sinne:
See you in 2023 …
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Gruß Uwe :hi:


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