Seite 1 von 1

[Bericht] Quax Ausmotten 2026 in Bienenfarm

Verfasst: Mo 27. Apr 2026, 20:21
von Uwe
von Uwe Bethke
Zum Inhaltsverzeichnis des LCBS-Magazins - Berichte

Bild

Ostern ist vorbei und im Havelland brummt es. Die Woche nach Ostern steht bei den Quaxen im Zeichen der Flugsaisonvorbereitungen. Und dazu ist was nötig? Genau – das Ausmotten der Oldtimer und das Auffrischen der Skills der Aktiven.
Das gleiche Motto traf auch bei mir und meiner Kamera zu, nur mit dem Unterschied, dass ich kein altes Modell um den Hals trug. Zusammen mit den beiden „daueraktiven“ LCBS-Spottern ging es am Samstag zur Bienenfarm. Das Wetter passte, obwohl es gerne etwas wärmer hätte sein dürfen und wir uns über Wind aus Westen gefreut hätten. But – that’s spotter life …
Erfahrungsgemäß sind die meisten Flugzeuge natürlich von vielen Besuchen der Bienenfarm bekannt, aber es besteht immer die Hoffnung, was Neues vor die Linse zu bekommen oder halt ein paar schöne Fotos von den Quax-Klassikern zu schießen.
Im Laufe des Vormittags trudelten wir ein und da in der Regel um diese Zeit noch eher wenig Flugbetrieb ist, startete der Tag mit der obligatorischen „Platzrunde“.

Am Anfang "stolperte" man gleich über die vereinseigene Pilatus P-2, D-EGAW. Die Pilatus P-2 wurde während des Zweiten Weltkriegs in der Schweiz als Schulungsflugzeug entwickelt und nutzte teilweise Baugruppen des deutschen Jagdflugzeugs Messerschmitt Bf 109 (z. B. das Fahrwerk). 1945 hatte die P-2 ihren Erstflug und bis 1950 wurden 54 Exemplare für die Schweizer Luftwaffe gebaut. Die D-EGAW mit der Werknummer 49 trägt die Farben des Prototyps, der von der Schweizer Luftwaffe erprobt wurde.
Bild

Ihr Nachfolger war die Pilatus P-3. Die Pilatus P-3 wurde Mitte der 50er Jahre gebaut und diente als militärisches Schulflugzeug. Die Schweizer Luftwaffe betrieb insgesamt 60 Maschinen dieses Typs. Die F-AZQQ ist Baujahr 1959.
Bild

Vor dem Hangar war diese schöne Cessna 140 abgestellt. Die D-EFEC ist Baujahr 1948.
Bild

Eine echte Rarität, weil von ihr nur ein Exemplar gebaut wurde: Die Kaiser K11 gehört zu den Quaxen und ist als D-KAIS registriert.
Rudolf Kaiser, ab den 50er Jahren Konstrukteur bei dem Segelflugzeughersteller Alexander Schleicher (ASK), baute sich 1964 diesen kleinen Motorsegler unter Verwendung von Komponenten verschiedener ASK-Segelflugzeuge zusammen. Die K 11 gilt als Vorläufer der Motorsegler K 12 und ASK 14.
Bild

Ebenfalls aus der Rubrik selten: Die Geschichte der Klemm Kl 107 geht bis in die 30er Jahre zurück. Der erste Prototyp flog 1939, es wurden aber bis 1941 nur fünf weitere Prototypen gebaut. Nach dem Zweiten Weltkrieg und nach der Aufhebung der alliierten Beschränkungen des Motorflugs in Deutschland, wurde ab 1956 eine verbesserte Version der Klemm Kl 107 in Kleinserie gebaut. Neben einem Prototypen mit der Bezeichnung Klemm Kl 107 A wurden 24 Maschinen der Version Klemm Kl 107 B (Lycoming O-320 A, 150 PS) und 29 Maschinen der Version Klemm Kl 107 C (Lycoming O-360 A, 180 PS) gebaut. Diese waren für drei Personen ausgelegt. Eine viersitzige Version entstand unter der Bezeichnung Klemm Kl 107 D, wurde aber in Serie von der Firma Bölkow als Bölkow Bo 207 produziert (92 Exemplare).
Bei der Vereinseigenen D-EJUK handelt es sich um eine Klemm Kl 107 B, Baujahr 1958.
Bild

Zum Vergleich die D-ELEQ, eine Klemm Kl 107 C, Baujahr 1960.
Bild

Diese schöne Piper PA-16 Clipper, N5780H, wurde 1949 gebaut. Nur 726 Maschinen verließen die Piper-Werkhallen, dementsprechend selten ist sie heute anzutreffen.
Bild

Diese von Wassmer gebaute Jodel D.120 Paris-Nice, D-EDOL, greift zu den Sternen, wenn man ihrer Inschrift "Ad Astra" auf der Motorhaube Glauben schenken darf. Über ihre irdischen Aktivitäten zeugen die vielen Sticker an Rumpf und Leitwerk. Sie ist viel rumgekommen, aber kein Wunder, denn die Lady ist immerhin Baujahr 1960.
Bild

Für mich das Highlight des Tages: "Dornado" Dornier Do 27 B-1, D-EOZY mit durchaus außergewöhnlicher Lackierung (sofern man davon sprechen kann) und "Galland-Mickey-Mouse" am Rumpf. Adolf Galland war ein deutsches Jagdflieger-Ass und ehemaliger General der Jagdflieger im Zweiten Weltkrieg. Die Mickey Mouse mit Beil und Pistole in den Händen und der Zigarre im Mund (Galland war passionierter Zigarrenraucher) war sein persönliches Emblem auf seinen Jagdmaschinen, die er während des Zweiten Weltkriegs flog. Die Mickey Mouse war das Abzeichen seiner ersten Jagdfliegerstaffel, die er bereits im spanischen Bürgerkrieg in der Legion Condor als Staffelkapitän führte (3. J 88).
Bild

2023 in Hildesheim sah sie noch so aus:
Bild

Auch ein Highlight, wenn auch ein eher kleines: Die Spacek SD-1 Minisport bildet die Minimalanforderung an ein Motorflugzeug ab. Nur ein Sitz, ein kleiner Motor (meistens ein SE33 mit 33 PS), ein paar Tragflächen dran (Spannweite knapp 6 m) und ein Leitwerk, fertig ist der Traum vom Fliegen. Da macht man sich für ein Foto auch schon mal ganz klein. Die D-MFGS treibt den Minimalismus auf die Spitze: Sie präsentiert sich ganz im puristischen Weiß.
Bild

Bild

Ausmotten: Das ist natürlich keine Flugzeugausstellung, sondern hier wird geschraubt und geflogen.
Zwei der Quax-Doppeldecker beim Check: Stampe & Vertongen SV-4, D-EBOU und dahinter die CASA 1.131 (Bücker Bü 131 Jungmann), D-EQXA.
Bild

Das verleitet natürlich, mal einen Blick auf die Antriebe zu werfen:
Die Stampe & Vertongen SV-4: Renault Flugmotor 4P03A, Werknummer 1438, 4-Zylinder-Reihenmotor, hängend, luftgekühlt, Hubraum 6,5 l, 145 PS.
Bild

=Bild

CASA 1.131: Elizalde Tigre IV A, 4-Zylinder-Reihenmotor, hängend, luftgekühlt, Hubraum 6,3 l, 125 PS.
Bild

Bild

Auch immer wieder interessant: die "Uhrenläden" in den Cockpits der Oldtimer:
Stampe & Vertongen SV-4, D-EBOU.
Bild

Wassmer Jodel D.120 Paris-Nice, D-EDOL.
Bild

2 x Dornier Do 27 und doch recht unterschiedlich von den Instrumenten und deren Anordnung:
links D-EDNU und rechts D-EOZY.
Bild

Dann kam etwas Leben auf den Platz:
Vorfreude auf den Gyrocopterflug mit der D-MZKL.
Bild

Ankunft der Zlin Z-326 Trener Master, D-ERIO, Baujahr 1963.
Bild

Die D-KAIS wird zum Startpunkt gezogen. Schöner Größenvergleich mit dem Piloten und dem Schlepper.
Bild

De Havilland DHC-1 Chipmunk. Ich mag diesen Flugzeugtyp. Die D-EPAK gehört auch zu den Quax-Fliegern und wurde 1951 gebaut. Heute zeigt sie sich wieder in den Farben der britischen Royal Air Force.
Bild

Die Klemm Kl 107 C, D-ELEQ, macht sich auf den Weg.
Bild

Faszinierend, die großen, umgekehrten "Winglets" an dieser kleinen Reims-Cessna F150H, D-EZDA.
Bild

Die Dornier Do 27 B-3 der Quaxe, D-EDNU, drehte einige Runden an diesem Tag.
Bild

Nach dem morgendlichen Check gingen auch die Doppeldecker in die Luft:
Stampe & Vertongen SV-4, D-EBOU, mit freundlichem Pax auf dem Vordersitz.
Bild

Bild

CASA 1.131 (Bücker Bü 131 Jungmann). D-EQXA
Bild

Bild

Natürlich durften auch die Stearman-Doppeldecker der Quaxe nicht fehlen:
Boeing Stearman N3972U, "Thumb up".
Bild

Boeing Stearmam D-EQXL
Bild

Die Piper Cubs, bzw. Super Cups werden gerne zum Spornradtraining eingesetzt. Zwei von ihnen waren auch an diesem Samstag unterwegs.
Bei der D-EKQF handelt es sich um eine Piper PA-18-95 Super Cub.
Bild

Bild

Zum Vergleich dazu eine Piper J3C, Baujahr 1941, die D-EKKA.
Bild

Bild

Im Gegensatz dazu was Modernes: Man kann von den Ultraleichtflugzeugen halten, was man will, aber es gibt schon ein paar verdammt schnittige Muster dazwischen:
Diese JMB VL-3 915iS Evolution, D-MKJK, zog einmal niedrig über die Bahn. Mit dem Rotax 915iS (145 PS) gibt der Hersteller eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 380 km/h an.
Bild

Dieses außergewöhnliche Design mit markantem V-Leitwerk kommt aus Italien: Porto Aviation Risen, D-MIAW. Selbst mit der kleinsten Motorisierung (Rotax 912IS mit 100 PS) soll die Maschine nach Herstellerangaben eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 325 km/h erreichen.
Bild

Was ganz anderes für Auge und Ohren: die D-FSIX, ein kanadischer Lizenzbau der legendären North American T-6 Texan mit ihrem 600 PS leistenden Sternmotor. Sie wurde als Canadian Car & Foundry Mk. IV Harvard 1953 gebaut, kam 1957 zur deutschen Luftwaffe als AA+068 und ging nach ihrer Dienstzeit zu den portugiesischen Streitkräften.
Bild


Bild

Bild

Zum späten Nachmittag wurde auch die Pilatus P-2, D-EGAW, noch mal startklar gemacht.
Bild

Und mit diesem schönen Oldtimer verabschiedeten wir uns auch von der Bienenfarm.
Bild

Es war ein schöner Spotterausflug und Saisonauftakt, auch wenn es keine großen Überraschungen gab. Aber die frische Frühlingsluft und das Brummen der Motoren über dem Havelland haben wieder Lust auf mehr gemacht.



Ausmotten Rückblicke:

- LCBS - Quax-Ausmotten 2025 in Bienenfarm

- LCBS - Quax-Ausmotten 2024 in Bienenfarm

- LCBS - Quax-Ausmotten 2022 in Bienenfarm

- LCBS - Quax-Ausmotten 2019 in Bienenfarm

- LCBS - Quax-Ausmotten 2019 in Bienenfarm (der Donnerstag)

- LCBS - Quax-Ausmotten 2018 in Bienenfarm

- LCBS - Quax Ausmotten 2018 in Bienenfarm

- LCBS - Bei den Quax-Fliegern auf der Bienenfarm (Ausmotten 2016)

Alle Berichte zu Flugveranstaltungen der Quaxe und anderen Luftfahrt-Events im LCBS-Magazin:

- LCBS-Magazin - Inhaltsverzeichnis Berichte

Weitere Veranstaltungen in 2026 bei den Quax-Fliegern

- Quax: Veranstaltungen 2026
Infos zu den Quax-Fliegern:

- Quax - Verein zur Förderung von historischem Fluggerät e. V.