[Bericht] EDVM – Keine Mettbrötchen und andere Leckerbissen

Artikel und Berichte findet man hier. Jedes LCBS Mitglied kann einen Artikel oder Bericht schreiben.
Forumsregeln
Forumsregeln
Hier findest Du spezielle Themen von uns rund um die Luftfahrt, den Flughafen und den LCBS mit folgenden Schwerpunkten:

- Allgemeine Luftfahrt / Airlines
- Flughafen / Institute / Firmen / Vereine am BWE
- Flugzeuge mit Geschichte(n) / Typengschichten
- LCBS
- Veranstaltungen / Reiseberichte

Falls ihr Anregungen oder weitere Informationen habt, meldet euch über unser Kontaktformular oder schreibt einfach den Ersteller des Artikels per Privater Nachricht an.
Antworten
Benutzeravatar
Uwe
Team
Beiträge: 4205
Registriert: Fr 20. Mai 2011, 19:54
Wohnort: Wolfsburg
Hat sich bedankt: 276 Mal
Danksagung erhalten: 668 Mal
Kontaktdaten:

[Bericht] EDVM – Keine Mettbrötchen und andere Leckerbissen

Beitrag von Uwe » Fr 4. Jun 2021, 11:07

Eigentlich war dieses Wochenende vom 29. - 30.5.2021 für das 4. Mettbrötchen-Fly-In reserviert, das nach drei tollen Veranstaltungen am Schäferstuhl zum ersten Mal auf dem Flugplatz in Hildesheim stattfinden sollte. Leider musste diese Veranstaltung, wie so viele andere auch im ersten Halbjahr, wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden. Schade, denn die Mettbrötchen lockten in der Vergangenheit immer wieder interessante Flieger aus Nah und Fern in unsere Region, die gerade für uns Spotter mit einem Herz für die Klassiker der Luftfahrt - um im lukullischen Terminus zu bleiben - echte Leckerbissen waren.
Aber wenn der Termin schon im Kalender steht und der Himmel am Sonntag freudig lacht, warum sollte man dann nicht trotzdem mal kurzentschlossen nach Hildesheim fahren? Zum einen bestand die Hoffnung, dass der ein oder andere Flieger auch noch den Mettbrötchen-Termin im Kalender stehen hatte und zum anderen tut sich was in Hildesheim. Die Aviators Farm eines in der Szene "nicht ganz unbekannten" Piloten, Förderers und Freundes historischer Flugzeuge nimmt Gestalt an: Aviators Farm. Der Schwerpunkt der "Farm" ist die Aus- und Weiterbildung von Piloten. Auch der in diesem Jahr ins Leben gerufene „Luftfahrt-Podcast für die Klassikerszene in Deutschland“ von Barnstormers Broadcasting lädt seine Gäste zu interessanten Gesprächen rund um die Oldtimer-Fliegerei nach Hildesheim ein (siehe Link: Barnstormers Broadcasting). Es ist daher zu vermuten und vor allem zu hoffen, dass sich in Zukunft öfter fliegende historische Schätze nach Hildesheim "verirren".
Und last but not least: Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass es mich bisher noch nie zum Fotografieren nach Hildesheim verschlagen hat und es nun Zeit wurde (siehe oben), sich mit der Örtlichkeit vertraut zu machen. Also viele gute Gründe für einen Abstecher nach EDVM. Deshalb habe ich am Sonntagmorgen die Kameratasche gepackt, Proviant an der Tanke gebunkert (Mettbrötchen gab es ja keine) und bin zusammen mit Frank als "ortskundigen" Spotter losgedüst.

Bild

Erster Anlaufpunkt war der Hangar der Aviators Farm und wir hatten Glück. Vor dem Hangar stand neben der wohlbekannten Stearman diese wunderschöne Beech, die allein schon die Reise wert war. Denn bei dieser Beech 18H mit der amerikanischen Registrierung N6000M handelt es sich um eine spätere und seltene Bugradversionen, von der nur 109 Maschinen gebaut wurden. Interessant ist auch die große Panorama-Scheibe der Kabine, die die ursprünglichen kleinen Fenster ersetzt hat. Die erste Version der Beech 18 flog bereits 1937 und die Produktion endete erst 1970, nach über 9.000 gebauten Flugzeugen.
Aber die Maschine stand nicht nur vor dem Hangar, sondern unternahm zwei kurze Ausflüge, die es ermöglichten, diese außergewöhnliche Maschine aus verschiedenen Perspektiven zu fotografieren. Deshalb ein kleines Special zur Beech 18:
Bild

Bild

Bild

Ortswechsel nicht nur von der Beech, sondern auch von uns: Diese Aufnahmen sind vom Parkplatz am Tower gemacht worden.
Bild

Bild

Bild

Bild

Bild

Aber die Beech war nicht die einzige Überraschung. Vor dem Hangar fand sich auch diese Yakovlev Yak-11, die kurz nach unserer Ankunft aufbrach. Die Yak-11 wurde in der früheren Sowjetunion als militärisches Schulflugzeug für die Fortgeschrittenenausbildung von Jagdfliegern entwickelt und kam nach dem 2. Weltkrieg hauptsächlich in den Staaten des Warschauer Paktes zum Einsatz. Sie basiert auf dem sowjetischen Jagdflugzeug Yakovlev Yak-3, erhielt aber einen Sternmotor mit 700 PS Startleistung. In einigen Länder wurde sie auch in Lizenz gebaut, so wie diese Yak-11, bei der es sich streng genommen um eine tschechoslowakische Let C-11 handelt. Die Yak-11 war quasi das Pendant zu der amerikanischen North American AT-6 Texan, die allerdings schon früher im Einsatz war. Die D-FYAK, die hier zu sehen ist, ist in den Farben der ehemaligen sowjetischen Luftstreitkräfte lackiert.
Bild

Bild

Bild

Mit einem Überflug und dem Wackeln mit den Tragflächen verabschiedete sie sich aus Hildesheim.
Bild

Auch aus dem Hause Yakovlev: Die Yak-52 diente ebenfalls als Schulflugzeug und ist voll kunstflugtauglich, was sie für Teilnahmen an Flugtagen beliebt und für ambitionierten Piloten mit Kunstflugausbildung interessant macht (oder umgekehrt). ...
Bild

Es fanden sich noch zwei weitere interessante Besucher vor dem Hangar ein. Den Anfang machte diese schöne Cessna 172A, eine frühe Version des Klassikers, die 1959 gebaut wurde (N6491E). Man erkennt gut den gerade auslaufenden Rumpfrücken und das relativ steil aufsteigende Seitenleitwerk dieser ersten 172er-Serie. Und auch die Lackierung erinnert an die 50er und 60er Jahre.
Bild

Bild

Dann kam noch diese im klassischen Gelb gehaltene Piper PA-18 Super Cub (D-EHLM), Baujahr 1952. Sie begann ihre Karriere bei der französischen Armee, wurde in den 80er Jahren grundlegend restauriert und fliegt heute beim Aero Club Bad Nauheim. Von der Piper PA-18 wurden ab 1949 über 10.000 Exemplare gebaut.
Bild

Bild

Zwischendrin mal einen kleinen Blick auf das sonstige Geschehen, wobei ich mich nur auf ein paar Highlights beschränken möchte.
Eine schöne Mooney (D-EHRA), quasi so eine Art "klassischer Sportwagen" in der Echo-Klasse.
Bild

Ein echter Hingucker: Zlin Savage Cup mit Ballon-Reifen (D-MYYV) und in den Farben der französischen Arme de l'Air. Gelb-schwarze Streifen trugen die Maschinen von Großbritannien, Frankreich und Israel als Erkennungszeichen während der Suezkrise im Oktober 1956. An einer Savage ist die Lackierung natürlich fiktiv, aber durchaus interessant.
Bild

Ein Klassiker aus deutscher Produktion: Bölkow 209 Monsun. Zwischen 1967 und 1972 wurden lediglich 102 Maschinen gebaut, wie die D-EBOE.
Bild

Recht farbenfroh kommt dieser UL daher und das Auge "isst" schließlich mit. Hierbei handelt es sich um eine(n) Skyranger Nynja (D-MTEJ)
Bild

Zum Nachmittag hin ging es noch zu einem weiteren Spotterpunkt ans westliche Bahnende. Von hier aus hat man einen guten Blick auf die aufrollenden Maschinen bei Ostwind oder abrollenden Maschinen bei Westwind. Hier mal ein paar Beispiele:
Der passende Hintergrund für den "Buschflieger".
Bild

Die Nachmittagssonne ist wie geschaffenen für die Lackierung dieser schönen Diamond DA-62 (D-IRKF)
Bild

Dieser Typ darf in Hildesheim nicht fehlen: Die Produkte von AutoGyro sind hier nicht wegzudenken, werden sie doch in Hildesheim vom weltweit einzigen Hersteller von Tragschraubern produziert, so wie dieser AutoGyro MTO (D-MAPZ).
Bild

Die Auswahl der Beispiele rundet diese wirklich schön designte Junior des polnischen UL-Herstellers Ekolot ab (D-MJAZ).
Bild

Für einfliegende Maschinen eignet sich er Standort am besten für die Vormittagsstunden, was uns allerdings nicht davon abgehalten hat, auch nachmittags "draufzuhalten". Warum sieht man hier:

Der ungewöhnliche Entwurf der Rutan VariEze mit Druckpropeller und Canardflügeln vorn am Rumpf stammt aus den 70er Jahren und wirkt auch heute noch futuristisch. Hier die D-EEZE
Bild

Da geht das Herz jedes Klassiker-Fans auf: Einflug einer Dornier Do 27 (D-EDPZ) in der alten Lackierung der Luftwaffe. Am Rumpf trägt sie das Abzeichen des ehemaligen Aufklärungsgeschwaders 51 "Immelmann" der Bundesluftwaffe, das die Do 27 seinerzeit auch als Verbindungs- und Kurierflugzeug eingesetzt hat. Das Geschwader wurde 1993 aufgelöst.
Bild

Und nicht zu vergessen: Auch Segelflug findet in Hildesheim statt, hier mit einem Motorsegler ASK 21Mi (D-KGHI)
Bild

Die Cessna 208B Grand Caravan des ortsansässigen Fallschirmspringerclubs mit der passenden Registrierung D-FALL fliegt seit 2019 in Hildesheim und kann 20 Springer auf über 4.000 m Höhe bringen. Das Triebwerk liefert dafür satte 900 PS. Sie war den ganzen Tag unterwegs um die Fallschirmspringer in die Luft zubringen. Das bot die Gelegenheit, sie aus unterschiedlichen Positionen abzulichten. Deshalb zum Schluss noch ein kleines Special von dieser Maschine:
Bild

Bild

Bild

Und mit den Fallschirmspringern verabschiedeten auch wir uns aus Hildesheim ...
Bild


Fazit: Es war ein schöner Ausflug nach Hildesheim mit vielen tollen Movements, was an diesem Tag sicherlich auch den Gästen der Aviators Farm geschuldet war.
Gruß Uwe :hi:


Meine Foto-Website - Meine Bilder bei JetPhotos - Meine Bilder bei Planespotters

Nikon D7200 - Nikon D7100 - Nikon D90
AF-S Nikkor 18-105mm 1:3,5-5,6 VR ED DX - AF-P Nikkor 70-300mm 1:4,5-5,6E VR ED IF
Tamron SP 70-300mm 1:4-5,6 USD DI - Tokina SD 12-24mm 1:4 (IF) DX II
Sigma 50mm 1:1,4 DG - Sigma 100-400mm 1:5-6,3 DG OS HSM Contemporary

Lightroom - Photoshop Elements - PhotomatixPro

Benutzeravatar
Swen
Team
Beiträge: 9645
Registriert: So 27. Mär 2005, 13:59
Wohnort: Abflug 26 Nord
Hat sich bedankt: 245 Mal
Danksagung erhalten: 94 Mal
Kontaktdaten:

Re: [Bericht] EDVM – Keine Mettbrötchen und andere Leckerbissen

Beitrag von Swen » Fr 4. Jun 2021, 17:46

Sieht aus wie immer... Damit möchte ich nicht sagen, dass dein Bericht langweilig ist, sondern die auf die aktuelle Lage gemünzt. Viele schöne Bilder und ein schöner Tag. Vielen Dank fürs teilen.
Bis denn der Swen

Meine Spotterfotos
LCBS Bilder
PlaneSpotters.net Bilder

Fotoapparillo und anderes Gedöns von Canon
Ein Admin schläft nicht, er root.

Benutzeravatar
alphacentauri434
Team
Beiträge: 2092
Registriert: Mo 19. Jul 2010, 15:19
Hat sich bedankt: 88 Mal
Danksagung erhalten: 681 Mal

Re: [Bericht] EDVM – Keine Mettbrötchen und andere Leckerbissen

Beitrag von alphacentauri434 » Fr 4. Jun 2021, 21:17

Da war jemand schnell mit dem Bearbeiten, sehr schöne Bilder. Und die schwarz-gelben Suez-"Invasionsstreifen" kannte ich auch noch nicht.
Folgende Flieger waren leider nur am Samstag da, also doch schon ein kleines Flyin:
N18130 Lockheed Electra
N868L Beech 18
N71502 Vultee
SP-YIT Yak-52
N600EJ Navion Rangemaster
N32482 Culver Cadet
D-EKUH Luscombe
D-EFOB Dornier 27
Gruß
Frank

Benutzeravatar
Uwe
Team
Beiträge: 4205
Registriert: Fr 20. Mai 2011, 19:54
Wohnort: Wolfsburg
Hat sich bedankt: 276 Mal
Danksagung erhalten: 668 Mal
Kontaktdaten:

Re: [Bericht] EDVM – Keine Mettbrötchen und andere Leckerbissen

Beitrag von Uwe » Fr 4. Jun 2021, 21:45

Wäre von den Movements der spannendere Tag gewesen und unterstreicht die These, dass Hildesheim interessanter werden könnte.
Gruß Uwe :hi:


Meine Foto-Website - Meine Bilder bei JetPhotos - Meine Bilder bei Planespotters

Nikon D7200 - Nikon D7100 - Nikon D90
AF-S Nikkor 18-105mm 1:3,5-5,6 VR ED DX - AF-P Nikkor 70-300mm 1:4,5-5,6E VR ED IF
Tamron SP 70-300mm 1:4-5,6 USD DI - Tokina SD 12-24mm 1:4 (IF) DX II
Sigma 50mm 1:1,4 DG - Sigma 100-400mm 1:5-6,3 DG OS HSM Contemporary

Lightroom - Photoshop Elements - PhotomatixPro

Benutzeravatar
Karsten
Team
Beiträge: 3771
Registriert: Mo 28. Mär 2005, 21:53
Wohnort: Waggum
Hat sich bedankt: 425 Mal
Danksagung erhalten: 95 Mal
Kontaktdaten:

Re: [Bericht] EDVM – Keine Mettbrötchen und andere Leckerbissen

Beitrag von Karsten » So 6. Jun 2021, 21:16

Vielen Dank für die vielen schönen Bilder aus Hildesheim. :good:

Meist habe ich dafür, wenn ich vor Ort bin, gar nicht das Auge. Umso schöner hier in Ruhe die unterschiedlichsten Muster anzuschauen. :good:

Antworten