Die Mondfinsternis - Fotografieren am Limit

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Die Mondfinsternis - Fotografieren am Limit

Beitrag von Swen » Sa 28. Jul 2018, 21:23

Ich war mit meiner Frau auf dem St. Andreasberg. Dort ist eine Sternenwarte, wo sich einige viele Menschen am gestrigen Tage getroffen haben. Scheinbar hatten viele die Idee von dort hin zupilgern, denn auf der Wiese vor der Sternenwarte wurde es im laufe des Abends massiv voll. Man schätzt 400 Menschen. Wir waren dort sehr früh und konnten uns einen ganz guten Platz sichern. Ich habe dort mir einen Platz auswählen können und konnte ein wenig "Fachsimpeln". Meine Intension war nicht nur der Mond. Leider leiden wir in Deutschland immer mehr und mehr an Lichtverschmutzung, somit kann man die Milchstraße und andere Sterne kaum, bis gar nicht mehr sehen. Das ist leider sehr schade. Es gibt sogar schon Karten, wo man die Lichtverschmutzung anzeigen lassen kann. Solche Gebiete sollte man bei der Sternenfotografie natürlich weitestgehend meiden. Mit meinem 300mm kenne ich eigentlich meine Grenzen - dachte ich. Ein wenig trainiert hatte ich schon ein paar Tage zu vor. Erstaunt bin ich was dabei herum gekommen ist, was ich hier vor Ort auf dem Dorf nicht hinbekommen habe und möchte euch dies nicht vorenthalten.

Erst einmal die verschiedenen Phasen des Mondes. Ich hatte massiv mit dem Licht zu kämpfen, um überhaupt etwas scharf zu bekommen. Auch ein L Objektiv stößt irgendwann an seine Grenzen.

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Hier ein Vergleich. Das war mein Trainingsobjekt zu vor und wurde nicht auf dem St. Andreasberg geschossen:

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Natürlich haben wir gute Konstellationen zum Mars gehabt. Leider hat das Wetter, das streikt aktuell ja dauerhaft den Erdenbewohner in Deutschland, nicht ganz mitgespielt.

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Der Mars an sich war etwas zu Flach. Die Atmosphäre war ja dann doch sehr verflimmert, dies wusste man ja schon bereits. Dennoch habe ich auch versucht weitere Planeten abzulichten, neben den Mars. Denkt bitte daran, die Qualität wird nicht passen... und alles wurde mit einem 300mm und einem Cropfaktor von 1,6 geschossen, Kamera war hier eine EOS 60D.

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Lange Zeit konnte man den Saturn nicht sehen. Ich bin fast aus den latschen gekippt als ich das sah:

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Hier nochmal ein 400% Zoom:

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Ich hatte vorher den Jupiter fotografiert und ich dachte erst ich gucke nicht richtig. Aber doch! Zu Hause hat sich das ganze bestätigt, der Jupiter und seine Monde:

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Natürlich hat mich das viele Bilder gekostet und auch Einstellungen. Für mich die allerersten Gehversuche. Aber ich finde, dass kann ganz gefährlich Lust auf mehr machen!

Zum Schluss durfte ich noch bei den Profis durch das Teleskop schauen. Das war natürlich sehr beeindruckend. Gratis gabs auch noch oben drauf die ISS die mit knappe 27000 km/h und 400km Höhe über uns hinweg gedonnert ist. Des weiteren bin ich der Meinung viele Satelliten gesehen zu haben.

Weiter Bilder gibt es hier zu sehen und auch ein dickes Dankeschön an Herrn Klauenberg: http://www.astronomie.one/
Bis denn der Swen

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Re: Die Mondfinsternis - Fotografieren am Limit

Beitrag von BSer » Sa 28. Jul 2018, 22:16

Ist doch gut geworden für eine Flugzeugspotter-Ausrüstung. Hätte nicht gedacht dass unsere Technik (habe ja selben Body und Linse) das noch kann. Kannst du mal die Eckdaten schreiben, sprich ISO auf Minium?, Belichtung xx Sekunden, Offenblende?
Canon EOS 60D + EF 70-300L IS USM + EF-S 15-85 IS USM + Blitz 430EX II
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Re: Die Mondfinsternis - Fotografieren am Limit

Beitrag von Swen » Sa 28. Jul 2018, 23:22

Naja, du hast mehrere Probleme...

Der Mond anders als die Planeten. Der Mond haut halt wirklich am besten mit Blende 8 hin. Da bekommt man die beste Schärfe, wenn er voll ist. Bei dem Mond kann ich keine großen Tipps geben, da muss man spielen. Weil ich da ja auch gespielt habe bis es ok war. Der Mond bewegt sich schnell! Also lange Verschlusszeiten kann man da vergessen. Ähnlich auch beim Mars. Um die Planeten zu bekommen, muss man halt wirklich hoch gehen im ISO. 1600-3200 ungefähr. Scharfstellen ist da dann richtig ein Problem. Stell im Dunkeln einen Stecknadelkopf scharf. Wichtig ist, AF aus und Bildstabi. Noch viel wichtiger Spiegel muss schon auf sein beim belichten und dann bitte kein 30€ Stativ. Sondern was festes vernünftiges. Selbst mein Manfrotto hat Probleme mit dem Gewicht des Objektives. Denn eigentlich wäre es besser, wenn das Objektiv am Stativ hängt und nicht die Kamera. Da kann ein Spiegelschlag die Kamera zum vebrieren bringen und wird nichts scharf! Blende offen. Verschlusszeiten so lang wie nötig. Dann ist es wichtig, einfach darauf zu achten das du im Manuellen Mode richtig belichtest, ist relativ. Bei unterbelichtung hast du bessere Ergebnisse.

Hm ein Bild fehlt sehe ich gerade... Sternenhimmel... 1600-3200, blende offen, Weitwinkel und dann max 15-20 Sekunden.
Bis denn der Swen

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Re: Die Mondfinsternis - Fotografieren am Limit

Beitrag von michi2 » Mo 30. Jul 2018, 22:38

Da sind wirklich sehr schöne Bilder dabei. Die Lichtverschmutzung sehe ich auch als großes Problem der heutigen Zeit an. Man muss schon weit fahren um die Sterne klar und deutlich zu sehen.

Gruß Michi

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Re: Die Mondfinsternis - Fotografieren am Limit

Beitrag von Karsten » Mi 1. Aug 2018, 09:21

Vielen Dank und wirklich beeindruckende Bilder. :good:

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Re: Die Mondfinsternis - Fotografieren am Limit

Beitrag von Swen » Sa 4. Aug 2018, 12:06

Das Bild fehlte noch:

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