[Bericht] Meet the Flying Legends 2017 - Part III

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Uwe
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[Bericht] Meet the Flying Legends 2017 - Part III

Beitrag von Uwe » Fr 22. Sep 2017, 11:26

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Auf zum Grande Finale! Der letzte Abschnitt der Airshow und des Berichts hält noch einige Höhepunkte bereit. Und - mit dem Auge des Fotografen gesehen - rückte die Sonne die Motive zunehmend ins "richtige" Licht.

Nun waren die "Zivilisten“ an der Reihe. Nach dem Motto: "A day at the races" bereitet sich das historische Rennquartett vor. Vor dem Besteigen des Cockpits kurz innehalten und den Ablauf des Displays im Geiste noch mal durchgehen...
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... und die Ausrüstung anlegen.
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"Gentleman, start the engines please!"
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"Engine run up" bei der de Havilland D.H. 88 Comet ...
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... die Percival Mew Gull ist auch bereit ...
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... ebenso wie die Travel Mystery Ship ...
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... und die LeVier Cosmic Wind
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Auf geht’s ...
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Fast wie beim richtigen Rennen saßen sich die Maschinen auf dem Rundkurs im Nacken ...
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Nach ein paar Runden kamen sie wieder rein. Der Sieger war - eindeutig das Publikum, das diese wohl einmalige Konstellation von vier historischen Rennmaschinen aus den Jahren 1929 bis 1947 in der Luft erleben durfte.
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Dann wieder ein Klassiker: Nicht nur, was den Flugzeugtyp angeht, sondern auch was den Programmpunkt angeht:
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Wie fast jedes Jahr flog die Douglas DC-3 / C-47 Dakota der Foundation Dakota Norway wieder ihr wunderschönes, filigranes Display.
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Im Gegensatz zu den schnellen Air-Racern und den PS-starken Warbirds ein echtes Kontrastprogramm
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Die Dakota machte die Bühne frei für das wohl beeindruckendste Flugzeuge der diesjährigen Airshow: Die Consolidated PBY-5A Catalina. Sie zeigte an beiden Tagen ein sehenswertes Programm, zusammen mit der Grumman F-4 Wildcat.
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Die geschwungene Linienführung ihres Bootsrumpfes und die einziehbaren Stützschwimmer verleihen ihr eine gewisse Eleganz und Ästhetik. Schön anzuschauen und weil das Wetter auch mitspielte, hier ein paar Bilder mehr.
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Die hier vorgeflogene Catalina ist ein kanadischer Lizenzbau, der bei den kanadischen Streitkräften die Bezeichnung "Canso" erhielt.
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Die „Cat“ war zu Beginn des Krieges das Standard-Seeaufklärungsflugzeug der amerikanischen Marine und wurde später auch an andere Nationen geliefert (Royal Navy und sowjetische Seefliegerstreitkräfte). Ursprünglich war es als reines Wasserflugzeug ausgelegt, bis spätere Varianten mit einem Einziehfahrwerk ausgerüstet wurden und die Maschinen als Amphibien-Flugzeuge (PBY-5A) flexibel eingesetzt werden konnten. Zwischen 1935 bis 1945 verließen insgesamt ca. 3.300 Catalinas die Werkhallen. In der Typenbezeichnung steht PB für „Patrol Bomber“; Y ist der Code für den Hersteller Consolidated (Vultee).
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Es war eine Catalina, die im 2. Weltkrieg die japanische Flotte vor Midway aufklärte und damit einen bedeutenden Beitrag zu Ausgang der Schlacht bei Midway leistete, die oft als Wendepunkt im Pazifik-Krieg gesehen wird. Durch den Verlust von vier ihrer Flugzeugträger durch Douglas SBD-3 Dautless Sturzkampfbomber verlor die japanische Flotte wesentlich an Schlagkraft.
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Auch dem deutschen Schlachtschiff Bismark wurde eine Catalina des britischen Costal Command zum Verhängnis, die das beschädigte Schiff nach der Schlacht mit dem britischen Schlachtschiff Hood im Nordatlantik wieder aufspürte und den britischen Swordfish-Torpedobombern das Ziel wies. Die Bismarck wurde von britischen Seestreitkräften versenkt, nachdem ein Torpedotreffer einer Fairey Swordfish des britischen Flugzeugträgers Ark Royal ihre Ruderanlage beschädigte und die Bismarck dadurch manövrierunfähig wurde.
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Aufgrund ihrer großen Reichweite kam sie u. a. im Nordatlantik auch erfolgreich zur U-Boot-Jagd entlang der Konvoi-Routen zum Einsatz. Viele Handelsschiffer verdankten ihr eine sichere Fahrt über den Atlantik, viele U-Boot-Fahrer nicht.
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Noch ein paar Impressionen en bloc von diesem faszinierenden Flugzeug (Bitte Bild anklicken für höhere Auflösung).
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Ende einer gelungenen Vorstellung
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Sie geriet fast zur Nebensache: Die Grumman Wildcat. Auch wenn sie nicht mit der Eleganz der Catalina punkten kann ...
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... und etwas behäbig aussieht ...
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... rockte sie den Himmel über Duxford
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Noch während die Catalina und die Wildcat ihre Bahnen zogen, rumorte es gewaltig am Boden. Nach und nach ließen immer mehr Maschinen ihre Triebwerke an und rollten ans östliche Ende des Platzes: Das Finale stand an - der Balbo.
Just als die Spitfires Aufstellung nahmen, brach die Abendsonne am Sonntag noch einmal schön durch. Die Spits präsentierten sich - im wahrsten Sinne des Wortes - im besten Licht. Basis für ein paar schöne Impressionen:

Spitfire Mk. XIV, MV268 (G-SPIT), Die späten Versionen der Spifire wurden nicht mehr von Merlin-Motoren, sondern von Rolls-Royce Griffin angetrieben. Die Leistung von über 2.000 PS wurde von 5-Blatt-Propellern umgesetzt.
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Spitfire Mk. Vb, BM597 (G-MKVB)
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Spitfire Mk. IX, ML407 / (G-LFIX). Sie wurde 1944 als Einsitzer gebaut und nahm an der Landung der Alliierten in der Normandie teil (D-Day 6. Juni 1944). Mit ihr wurde dort der erste Abschuss eines feindlichen Flugzeugs über dem Brückenkopf erzielt. Insgesamt flog sie während des Krieges 176 Kampfeinsätze mit 319 Stunden Einsatzzeit. 1950 wurde sie zum Zweisitzer umgebaut, von 1979 bis heute ist sie in Privatbesitz.
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Seafire LF III, PP972 / (G-BUAR)
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Spitfire Mk. XVIII, SM845 / (G-BUOS), eine der letzten Versionen der Spifire. Sie wurden auch nach Ende des Krieges eingesetzt. Diese zeigt die Farben der 28 Sqn. RAF, Hong Kong Juli 1950.
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Spitfire Mk. IXb, MH434 / (G-ASJV)
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Spitfire Mk. IX, RR232 ‘City of Exeter’ (G-BRSF)
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Von links nach rechts (Bitte Bild anklicken für höhere Auflösung):
Spitfire Mk. IX ML407 / (G-LFIX), Spitfire Mk. Vb BM597 (G-MKVB), Seafire LF III PP972 / (G-BUAR)
Spitfire Mk. LF Vb EP120 / (G-LFVB), Spitfire Tr. 9 PV202 / (G-CCCA), Spitfire Mk. XIV MV268 (G-SPIT)
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Nach dem die Maschinen in der Luft waren und sich formierten, übernahmen die sog. "Joker" die Unterhaltung der Zuschauer. Dieses Jahr waren es sogar zwei Joker: Am Samstag die Hawker Sea Fury und die Grumman Bearcat, am Sonntag flog eine der Spitfires anstelle der Bearcat:
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Dann stand die Formation und bewegte sich majestätisch auf den Platz zu. "Ladies and Gentlemen: The Balbo!"
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Danach zogen die Maschinen in kleineren Formationen vorbei. Die Freunde ...
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... und Feinde von einst.
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Am Ende lösten sich die Formationen auf:
Break away der Spitfire Mk. XVIII ...
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... und der Corsair
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Dann der Moment, der die wunderbare Veranstaltung am Sonntag zur Tragödie hätte werden lassen können :
"Miss Velma" verlässt am Ende des Balbos die Formation unplanmäßig und versucht, auf kürzestem Weg die Bahn zu erreichen. Sie geht in einen kurzen, steilen Anflug, dreht aber dann aber ab und verschwindet im Sinkflug aus der Sicht der Zuschauer. Jeder hat sofort begriffen, dass dies kein Show-Act war, sondern ein ernster Unfall. Betretenes Schweigen am Platz, bis 20 Minuten später der erlösende Hinweis kommt, dass die Maschine aufgrund eines Leistungsabfalls des Triebwerks eine Bauchlandung in einem Kornfeld neben der dicht befahrenden Autobahn durchgeführt hat und der Pilot nicht ernsthaft verletzt ist. Er konnte die Maschine unmittelbar nach dem Crash eigenständig verlassen.
(Bitte Bild anklicken für höhere Auflösung)
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Hier der weitere Verlauf der Notlandung (Forumsbeiträge #695 und #700):
Quelle: Forum keypublishing
Quelle: Saffron Walden Reporter


Die anderen Maschinen kamen nach und rein und sorgten für den Schlusspunkt der diesjährigen aufregenden und wieder begeisternden Flying Legends Airshow.
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“See YOU next year …!”
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Zwei Tage im Hochsommer bei 30°C und mehr stundenlang in der Sonne auf einem Flugplatz zu stehen und permanent ein gutes Kilo an Kamera-Ausrüstung vor das Auge stemmen, ist sicherlich kein Zuckerschlecken. Aber wenn ich mir jetzt die Bilder anschaue, bin ich zufrieden und mein persönliches Fazit lautet: Es hat sich wieder gelohnt!
Ich hoffe, ich konnte auch euch etwas von der Faszination dieser außergewöhnlichen Veranstaltung vermitteln, die mich nun schon mehrere Male in ihren Bann gezogen hat.



Hier geht es zu den anderen Teilen des Berichts:

- Meet the Flying Legends 2017 Part I

- Meet the Flying Legends 2017 Part II




Wer noch etwas in der Vergangenheit stöbern möchte:

Flying Legends 2016

Flying Legends 2014

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Gruß Uwe :hi:


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Re: [Bericht] Meet the Flying Legends 2017 - Part III

Beitrag von Swen » Fr 22. Sep 2017, 18:23

Ja hat es! Definitiv. Sehr schöner Bericht! Da ich schon mal da war, kann durch deine Worte mein Kopfkino starten.

Das mit der Notlandung ist schon heftig. Tut immer weh, wenn ein alter Flieger leiden muss. Aber wie man an der BF109 sieht, man kann zum Glück so eine Bauchlandung auch wieder reparieren. Als ich die BF109 vor meiner Nase auf dem Rasen lang schlittern gesehen habe, dachte ich die geht in den Schrott.

Also ich finde ja die P51 ist einfach schicker als die Spitfire... Das ist ein schöner Renoracer. Was ist eigentlich der unterschied zwischen der Hellcat und der Bearcat?
Bis denn der Swen

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Re: [Bericht] Meet the Flying Legends 2017 - Part III

Beitrag von Heino » Fr 22. Sep 2017, 21:28

Die F8F Bearcat ist kleiner und schneller als die F6F Hellcat.
Horrido!

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Re: [Bericht] Meet the Flying Legends 2017 - Part III

Beitrag von Uwe » Fr 22. Sep 2017, 23:09

Danke für's Feedback, Swen.

Ergänze mal Heino's Kurzversion:

Die Hellcat kam Anfang 1943 zu den amerikanischen Marineverbänden im Pazifik und war eher ein Allrounder: Groß und schwer, aber stark motorisiert (Pratt & Whitney R-2800-10W Double Wasp mit 2.000 PS / 1.471 kW) und gut bewaffnet. Die Bearcat war als reiner Abfangjäger komplett auf Geschwindigkeit, Wendigkeit und Steigleistung getrimmt. Angetrieben durch das gleiche Triebwerk, war die Zelle jedoch wesentlich kleiner ausgelegt, einige Spötter sprachen auch nicht von einem Flugzeug mit starkem Triebwerk, sondern von einem starken Triebwerk mit einer Flugzeugzelle drumherum. Die ersten Serienmaschinen wurden im Mai 1945 an die Verbände ausgeliefert, kamen aber nicht mehr zum Kriegseinsatz.
Übrigens gehören beide Maschinen zur "Katzenfamilie" von Grumman: F-4 Wildcat, F-6 Hellcat, F-7 Tigercat, F-8 Bearcat und im weitesten Sinne auch die F-14 Tomcat.

Zum Vergleich mal ein paar Eckdaten der beiden Maschinen:

Daten Hellcat / Bearcat
Länge: 10,20 m / 8,60 m
Spannweite: 13,10 m / 10,90 m
Flügelfläche: 31,00 qm / 22,67 qm
Leergewicht: 4.150 kg / 3.200 kg
Max. Startgewicht: 7.000 kg / 5.900 kg
Höchstgeschwindigkeit: 621 km/h / 677 km/h

Wer die Hellcat nicht kennt oder kein Bild vor Augen hat, hier mal ein Foto von der Flying Legends Airshow 2014
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Einige getunte Bearcats wurden erfolgreich als "Reno-Racer" geflogen, eine dieser Maschinen ("Rare Bear") stellte mit 850,24 km/h einen Geschwindigkeitsrekord für kolbenmotorgetriebe Flugzeuge auf dem 3 Kilometerkurs auf.
Gruß Uwe :hi:


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Re: [Bericht] Meet the Flying Legends 2017 - Part III

Beitrag von Swen » Sa 23. Sep 2017, 08:43

Moin Uwe!

Danke für die detaillierte Klarstellung.
Bis denn der Swen

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