[Bericht] Air Magdeburg 2026 – 90 Jahre Flugplatz Magdeburg

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[Bericht] Air Magdeburg 2026 – 90 Jahre Flugplatz Magdeburg

Beitrag von Uwe » Do 4. Jun 2026, 14:55

von Uwe Bethke
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Vor 90 Jahren wurde der Flugplatz Magdeburg in Betrieb genommen, genauso wie der Flughafen Braunschweig. Allerdings ließen es die Magdeburger zum Jubiläum ordentlich krachen. Drei Tage Flugplatzfest mit Fly-In, spektakulären Gastmaschinen, eindrucksvollen Flying Displays, Rundflügen, Fahrgeschäften und Live-Bands am Abend. Selbst die Bundeswehr unterstützte diese Veranstaltung mit Auftritten des Eurofighters, des Airbus A400M und des Hubschraubers NH90. Vom 29. bis 31. Mai lockte das Event viele begeisterte Besucher zum Flugplatz Magdeburg.
Magdeburgs Luftfahrtgeschichte begann allerdings viel früher. Hans Grade absolvierte 1908 den ersten offiziell anerkannten Motorflug in Deutschland. Ort des Geschehens: der Cracauer Anger bei Magdeburg. Anlässlich des 90. Jubiläums des Flugplatzes erhält er den Beinamen "Businessairport Hans Grade".
Drei Tage Flugplatzfest: Das Programm variierte an allen drei Tagen, wobei einige Programmpunkte an allen Tagen zu sehen waren, andere teilweise nur an einem Tag. Aber es war jeden Tag etwas Spannendes dabei. Kleiner Wermutstropfen: Der Besucherbereich auf der Nordseite des Platzes war für das Fotografieren, sagen wir mal, suboptimal, da die ganzen Flying Displays im Gegenlicht stattfinden würden und auch am Boden das Licht eher von der "falschen" Seite auf die Flugzeuge fallen würde. Reizvoll dagegen war jedoch die ein oder andere Maschine, die sich angesagt hatte, wobei ich einen Favoriten hatte, den ich auf jeden Fall erwischen wollte. Aber dazu später mehr.
Geplant waren Besuche am Freitag und am Samstag. Der Freitag war Anreisetag für Gastmaschinen und mit rund 12 angesagten Sonnenstunden der schönste an diesem Wochenende. Die Hoffnung war, hier schon einen Großteil der Maschinen "abgreifen" zu können. Außerdem versprach dieser Tag vom Zuschaueransturm etwas ruhiger zu sein, da ja viele noch arbeiten mussten. Und – am Freitagmittag war das einzige Flying Display des Eurofighters an diesem Wochenende angesagt!
Der Samstag sollte dann zur "Nachlese" dienen: schauen, was Freitag noch nicht da gewesen ist, und sich die Flying Displays anschauen. Soweit jedenfalls der Plan. Aber der schönste Plan nützt nichts, wenn einem Wetter und Physis einen Strich durch die Rechnung machen. Die durchgehende Sonnenbestrahlung, Temperaturen um die 30°C ohne Schattenplätze und über 15.000 Schritte am Freitag forderten ihren Tribut. Man ist ja keine 20 mehr. Aber meine Favoriten sowie ein paar andere schöne Fotos hatte ich im Kasten und somit diente das restliche Wochenende zum Relaxen und zum Sichten der Fotos.

Aber erst einmal ging es Freitagmorgen los. Mit einem Ticket aus dem Vorverkauf ging es nach der Öffnung der Pforten gegen 11:00 Uhr aufs Gelände. Dick eingecremt, hoffte ich, der Sonne zu trotzen, die schon ordentlich brannte.

Gleich hinter dem Einlass begrüßte diese Tupolev TU 134 in den Farben der Interflug die Besucher. Sie erinnert an die Verkehrsfliegerei in der damaligen DDR.
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Weiter ging es durch die "Vergnügungsmeile" mit einigen Fahrgeschäften und vielen Essens- und Getränkeständen. Das hatte schon Volksfestcharakter.
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Aber kommen wir nun zu den (aus meiner Sicht) wesentlichen Dingen. Kaum auf dem Gelände angekommen, kündigte sich mit dem Brummen zweier Sternmotoren schon ein ganz besonderes Flugzeug an und gleichzeitig mein persönliches Highlight der Veranstaltung: Diese Beechcraft AT-11 Kansan, eine der ganz wenigen flugtüchtigen und in Europa vermutlich einzige Maschine dieses Typs. Sie war einer der wesentlichen Gründe für den Ausflug nach Magdeburg.
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Die Beechcraft AT-11 ist einer der vielen Militärversionen der Beechcraft Model 18, auch Twin Beech genannt (zum Vergleich: Bilder von der früher in Braunschweig stationierten Beech 18 - N868L). Die AT-11 diente als Ausbildungsflugzeug für Bord- und Bombenschützen der United States Army Air Force (USAAF) im Zweiten Weltkrieg. Dafür erhielt sie eine neue, verglaste Bugsektion für das Bombenzielgerät der Firma Norden sowie einen Ausschnitt auf der Rumpfoberseite für einen MG-Abwehrstand (hier mit einer Glaskuppel abgedeckt). Außerdem wurden zwei schmale Bombenschächte integriert, die mit Übungsbomben beladen wurden.
Zwischen 1941 und 1945 kamen knapp 1.600 Kansans für die Ausbildung der Bomberbesatzungen zum Einsatz. Schätzungsweise 90% der 45.000 ausgebildeten Bombenschützen absolvierten ihr Training auf diesem Flugzeugtyp.
Die N15KK verließ Ende 1941 die Werkhallen und wurde Anfang 1942 mit der Nummer 42-37620 bei der USAAF registriert, bei der sie bei Childress AAF Bombardier Training School in Texas eingesetzt wurde. 1954 endete ihr Einsatz bei der US-Luftwaffe und sie ging, wie viele ehemalige Militärmaschinen, in private Hände über. In den nächsten Jahrzehnten erlebte sie verschiedene Halter, bis sie Mitte der 90er Jahre nicht mehr flugtüchtig auf einem Flugplatz abgestellt wurde. Hier dämmerte sie vor sich hin, bis sie 2008 vom Heartland of America Museum übernommen wurde. Kurz nach der Übernahme begann der Wiederaufbau der Maschine und 2015 flog sie dann erstmals wieder, nun als N15KK registriert. Seit 2019 hat sie ihren Heimatflughafen im süddeutschen Aalen-Elchingen.

In Magdeburg befand sie sich in guter Gesellschaft. Ihr ziviler "Quasi-Nachfolger" als zweimotoriges Reiseflugzeug aus dem Hause Beech war die Beechcraft B50 Twin Bonanza. Die N773A zeigte auf der Veranstaltung auch ein Flying Display.
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Ebenfalls ein Schulflugzeug und ebenfalls extrem selten in Europa: die Vultee BT-13 Valiant (N71502). Allerdings diente sie zur Ausbildung von Piloten. Sie war ein Basistrainer, der zwischen den Maschinen für Anfängerschulung (Primary Trainer wie die Stearman) und den Fortgeschrittenentrainern (Advanced Trainer wie die North American Texan) zum Einsatz kam. Obwohl rund 11.500 produziert wurden, ist sie relativ unbekannt geblieben.
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Ganz im Gegensatz zur North American P-51D Mustang. Die "Louisiana Kid" wurde 1944 gebaut, kam im Krieg aber nicht mehr zum Einsatz. Sie flog noch einige Zeit bei der kanadischen Luftwaffe (RCAF) und wurde 1957 in den USA zivil registriert. Mehrere Halter und einen Unfall später, wurde sie Mitte der 70er Jahre in den USA restauriert und flog 35 Jahre lang in Louisiana. Dieser Zeit verdankt sie ihren Namen. 2013 kam sie dann nach Deutschland und ist seitdem auf vielen Luftfahrtveranstaltungen zu sehen. Stationiert ist die N6328T in Albstadt-Degerfeld.
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Close-Up der Kansan mit dem verglasten Bug und dem Norden-Bombenzielgerät. Wenn man genau hinschaut, erahnt man die beiden schmalen Bombenschächte links und rechts vom Mittelrumpf.
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Ein paar Schritte weiter kamen die Freunde der Drehflügler auf ihre Kosten:
Robinson R44 Raven, D-HALV.
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Auf dem Flugplatz Magdeburg ist die Polizeihubschrauberstaffel des Landes Sachsen-Anhalt stationiert. Sie fliegt mit Hubschraubern vom Typ Airbus Helicopters H145, wie die D-HSAB.
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Auch die Bundespolizei ließ es sich nicht nehmen, mal vorbeizuschauen: Sie schwebte mit einem Eurocopter EC135 T2, D-HVBF, ein.
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Die Heeresflieger zeigten ihren NH90 nicht nur am Boden, sondern auch im Flying Display. Später mehr von der 78+30, dann in Action.
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Apropos Action: Pünktlich um 12 Uhr mittags, sozusagen "High Noon", tauchten diese beiden Eurofighter Typhoon vom Taktischen Luftwaffengeschwader 31 "Bölke" über dem Platz auf: die einsitzige Typhoon mit der Kennung 31+49 und der Doppelsitzer mit der Kennung 31+27.
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Während der Doppelsitzer gleich von dannen zog, rockte die 31+49 den Himmel mit einem tollen Display.
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Der Nachbrennereinsatz bot etwas für Augen und Ohren ...
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... bis zum Ende der Vorstellung.
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Es war sicherlich eines DER Highlights der Veranstaltung, aber leider auch der einzige Auftritt des Eurofighters an diesem Wochenende. Viele, die Freitag noch arbeiten mussten, waren enttäuscht, dass sie dieses tolle Display nicht miterleben konnten.

Etwas weniger spektakulär, aber sehr beeindruckend war auch der Vorbeiflug des Airbus A400M. Er war auch am Samstag noch zu sehen. Der 54+26 kam aus Wunstorf, wo alle A400M der Luftwaffe stationiert sind.
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Die Bilder der beiden Displays zeigen schon deutlich die nicht gerade berauschende Qualität der Gegenlichtaufnahmen (dies waren schon die "guten" Bilder), und das Hitzeflimmern über Start- und Landebahn machte es nicht besser. Deshalb habe ich im Folgenden auch weitestgehend auf Fotos von den Displays verzichtet.

Bleiben wir noch kurz beim militärischen Teil der Veranstaltung. Die Bundeswehr war auch am Boden aktiv, wie mit diesem Transporter.
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Als Kontrast dazu ein Blick zurück auf einen Militärtransporter der ehemaligen Nationalen Volksarmee der DDR (NVA). Leider bin ich auf diesem Gebiet nicht so typenkundig, aber auch dieser Oldtimer hat mich fasziniert.
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Mittagsidylle in Magdeburg:
Von Usedom kam diese Messerschmitt Bf 108 B "Taifun" nach Magdeburg. die D-ERTT gehört zur Sammlung des Hangar 10 auf dem Flugplatz Heringsdorf.
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Manche waren noch nicht ausgepackt oder schon wieder eingepackt. Bedauerlicherweise blieb es bei dieser Maschine am Freitag dabei. Diese Klemm Kl 35 D hat ihren Heimatstandort in Stendal und flog nach 13-jähriger Restaurationszeit 2020 zum ersten Mal wieder. Die D-ERDW trägt die Werknummer 1850 und ist Baujahr 1940. Angetrieben wird sie von einem Hirth HM 504 A mit 95 PS.
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Von der Bienenfarm bei Berlin kam dieser Nachbau einer Bücker Bü 131 "Jungmann". Bei der OE-ADR handelt es sich um eine Tatra T-131.1
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Auch Segelflieger waren in Magdeburg mit dabei, die ihren Sport dort seit 1951 wieder betreiben konnten. Sie hatten am Sonntag ihren aktiven Programmpunkt.
Hier drei Maschinen des polnischen Herstellers PZL Bielsko:
PZL Bielsko SZD-51-1 Junior, D-2806. Die Junior wurde ab 1980 gebaut. Im Hintergrund eine PZL-Bielsko SZD-9bis Bocian (Storch). Die zweisitzige Bocian wurde von 1952 bis in die 70er Jahre produziert. Die D-7010 ist nicht mehr flugfähig, alle Instrumente und die Kanzel wurden entfernt.
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PZL-Bielsko SZD-48-1 Jantar Standard 2, D-8277. Die Jantar (Bernstein) ist ein einsitziges Hochleistungssegelflugzeug, das von 1977 bis 1994 hergestellt wurde.
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Bleiben wir noch ein wenig bei Flugzeugen aus osteuropäischer Produktion. Die meisten der folgenden Typen dürfte der Flugplatz aus DDR-Zeiten nur zu gut kennen, denn ab 1957 wurde er ein Agrar- und Wirtschaftsstützpunkt der Interflug und ein Stützpunkt der Gesellschaft für Sport und Technik (GST).

Auf den großen landwirtschaftlichen Flächen in vielen der ehemaligen sozialistischen Staaten Osteuropas kamen spezielle Arbeits- und Agrarflugzeuge zum Einsatz. Die erste, speziell für diese Einsätze in Osteuropa entworfene Maschine, war die Let Z-37 Čmelák (Hummel).
Bei der D-EOYZ handelt es sich um eine seltene Let Z-37-2, die zweisitzige, für Ausbildungszwecke gebaute Version. Nach Angaben des Betreibers fliegen in Deutschland nur noch drei von ursprünglich 15 in der DDR eingesetzten Maschinen dieser Zweisitzer-Version (Z-37-2 und Z-37A-2).
Die Let Z-37 wurde in der Tschechoslowakei entwickelt und produziert. Ihren Erstflug hatte sie 1963 und ab1965 begann die Auslieferung der ersten Serienmaschinen.
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Die nächste Generation kam aus Polen. Die PZL 106 Kruk (Rabe) hatte 1973 ihren Erstflug. Rund 275 Maschinen wurden gebaut, die überwiegend in den Staaten des ehemaligen Ostblocks eingesetzt wurden.
Die Interflug, die staatliche Luftfahrtgesellschaft der DDR, setzte die ersten Maschinen dieses Typs ab 1979 als Agrarflugzeug ein. Die D-FOAB gehörte zum ersten Fertigungslos von insgesamt 105 eingeführten Maschinen und wurde im September 1979 als DM-TAB in der DDR registriert. Nach der Neuordnung der Luftfahrtkennzeichen der DDR, erhielt sie im September 1982 die entsprechende Registrierung DDR-TAB, die sie noch heute als Traditionskennzeichen führt. Sie ist die einzige in Deutschland zugelassene Kruk.
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Der 7-Zylinder-Sternmotor liefert 600 PS Leistung.
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Die PZL 104 Wilga (Pirol) wurde als klassisches Arbeitsflugzeug entwickelt. In der DDR wurde dieser Typ hauptsächlich von der Gesellschaft für Sport und Technik (GST) als Schleppflugzeug für die Segelflieger eingesetzt. Eine von zwei angereisten Wilgas war die D-EDDZ.
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Aus dem Hause Yakovlev waren vier Vertreter in Magdeburg zu sehen:
Die Yakovlev Yak-11 wurde in der früheren Sowjetunion als militärisches Schulflugzeug für die Fortgeschrittenenausbildung von Jagdfliegern entwickelt und kam nach dem 2. Weltkrieg hauptsächlich in den Staaten des Warschauer Paktes zum Einsatz. Aus dieser Zeit stammt ihr Nato-Code "Moose" (Elch). Sie basiert auf dem sowjetischen Jagdflugzeug Yakovlev Yak-3, erhielt aber einen Sternmotor mit 700 PS Startleistung. Über 4.500 Maschinen, inkl. Lizenzbauten, wurden bis 1956 gebaut.
Die D-FYAK, hier in den Farben der ehemaligen sowjetischen Luftstreitkräfte lackiert, ist eigentlich eine Let C-11. Unter dieser Bezeichnung wurde die Yak-11 in der Tschechoslowakei in Lizenz hergestellt.
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Die Yakovlev Yak-52 war ebenfalls als Trainingsmaschine für angehende Militärpiloten konzipiert. Aufgrund ihrer Kunstflugtauglichkeit ist sie auch bei privaten Piloten beliebt. Die LY-BGP war eine von zwei Yak-52 des Tages.
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Eher etwas für Profis ist die Yakovlev Yak-55. Sie wurde von vornherein für den Leistungskunstflug entwickelt. Zugelassen ist sie für Belastungen von -6g und +9g. Bei der HB-MDS handelt es sich um eine Yak-55M mit verkürzter Spannweite zur Erhöhung der Rollrate.
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Und natürlich darf sie auf keinem Flugplatzfest fehlen: die Antonov An-2.
Die Antonov An-2 hatte Ihren Erstflug 1947. Von ihr wurden geschätzt ca. 18.000 Maschinen gebaut, wobei die Produktion ab 1960, nach ca. 5.000 in der Sowjetunion gefertigten Maschinen, auf die polnische Firma PZL überging, deren Werkshallen anschließend ca. 12.000 dieser Maschinen verlassen haben. Angetrieben wird die An-2 von einem 1.000 PS leistenden Siebenzylinder-Sternmotor. Sie kam als Arbeits-, Transport- und Passierflugzeug sowohl in der Land- und Forstwirtschaft, als auch beim Militär und in der zivilen Fliegerei in Osteuropa zum Einsatz. Die Nutzlast beträgt ca. 2 Tonnen oder 12 Passagiere. Im Laufe der Jahre erhielt sie viele Beinamen: Die, die sie mochten, nannten sie liebevoll "Tante Anna", andere nannten sie respektvoll "Traktor der Lüfte" und wiederum andere, nur auf Äußerlichkeiten bedacht, schlicht "Kastendrachen".

1970 kam die heutige D-FWJE zur Gesellschaft für Sport und Technik (GST) und trug dort die Registrierung DM-WJE, bzw. später DDR-WJE. Auch sie stammt aus polnischer Produktion (An-2TD). Sie hat heute ihren Heimatstandort in Ballenstedt. In Magdeburg war sie für Rundflüge im Einsatz.
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Ja, das Thema Rundflüge. Selten habe ich ein so großes Angebot an Rundflugmaschinen gesehen. Mit dem Heli oder Flächenflieger, vom UL bis zum Warbird war alles dabei. Die Preisspanne ging von 50,- € bis 1.000,- €. Im Angebot waren folgende Typen: UL, Robin DR 400, Dornier Do 27, Boeing Stearman, Antonov An-2, North American T-6 Texan, North American T-28 Trojan und die North American P-51D Mustang. Dazu zwei Helis, wobei der avisierte Bell UH-1D leider kurzfristig absagen musste.

Hier ein paar der Rundflugmaschinen vom Freitag:
Aus Bad Gandersheim kam die D-EFOB, die dort ansässige Dornier Do 27 A-4. Übrigens, wer mehr von der Dornier Do 27 sehen möchte, sollte mal zwischen dem 26. und 28. Juni 2026 in Bad Gandersheim vorbeischauen. Denn dort feiert man "70 Years Do 27".
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Die Quaxe war mit vier Maschinen stark vertreten:
Ebenfalls mit einer Dornier Do 27, D-EDNU, ...
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... mit den beiden Boeing Stearman D-EQXL und N3972U, ...
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... und einem kanadischen Lizenzbau der North American AT-6 Texan, der Canadian Car & Foundry Mk. IV Harvard, D-FSIX.
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Und einer gönnte sich wohl den exklusiven Mitflug in der "Louisiana Kid".
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Am Freitagnachmittag, vor dem Start der Flying Displays, kam Alex Stegner mit seinem Nachbau der Fokker Dr. I, D-EWWI, herein. Natürlich zeigte auch er hier sein erstklassiges Programm.
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Nicht auf dem Programm standen diese beiden Maschinen der Königlich-Niederländischen Luftwaffe. Auf dem Rückweg von einem Einsatz drehten sie noch einmal eine Runde um den Platz und zogen über die Bahn.

Vorweg eine "kurze" Lockheed C-130H Hercules, G-781, und ...
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… dahinter eine "lange" Lockheed C-130H-30 Hercules, G-273.
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Eine nette Geste der Niederländer – oder doch eher Neugier?
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Sechs Flying Displays standen am Freitag auf dem Programm. Neben dem Eurofighter wurde auch die Vorführung mit dem NH90 mit Spannung erwartet.
Der 78+30 macht sich auf den Weg.
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Mit eindrucksvollen Flugmanövern zeigte die Crew, was sie und der NH90 draufhaben.
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Die Manöver boten genug Raum ...
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... für ein paar schöne Fotos ...
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... aus verschiedenen Perspektiven. Das war schon großes Kino!
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Auch die Beechcraft AT-11 Kansan war für ein Display vorgesehen. Eine gute Gelegenheit, noch ein paar weitere Fotos von ihr mitzunehmen.
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Auch das Team Niebergall, Vater und Sohn Ralf und Nico Niebergall, zeigte in Magdeburg ihre beeindruckende Flugshow. Unterwegs sind sie mit ihren beiden SIAI-Marchetti SF-260,
Nico in der D-ENIC ...
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... und Ralf Niebergall in der D-EDUR.
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Zum Schluss noch etwas "Braunschweig" in Magdeburg. Gegen Abend machte sich die Stark Turbulent D (V-4) der Fluggruppe des DLR, D-EHIS, auf den Weg nach Hause. Sie war als Tagesbesucher vor Ort.
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Die Stark Turbulent gehörte zu den ersten, nach dem Zweiten Weltkrieg in der Bundesrepublik zugelassenen Flugzeugmustern (1955). Die D-EHIS wurde 1958 zugelassen. Schön, sie mal wieder gesehen zu haben (siehe auch LCBS-Magazin: Stark Turbulent D - D-EHIS)
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Krönender Abschluss des Tages war der bei uns in Braunschweig beheimatete Nachbau der legendären Focke-Wulf Fw 190 A-8. Sie flog am Samstag zusammen mit der "Louisiana Kid" ihr Display, was absolut sehenswert gewesen sein soll.
Klaus Plasa mit der D-FWMV bei der Ankunft aus Braunschweig.
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Die D-FWMV, eigentlich eine Flug Werk FW 190 A-8/M, flog 2013 erstmalig in Braunschweig und hatte nach der Hahnweide 2025 ihren zweiten großen öffentlichen Auftritt in Deutschland. Ein Trend, der viele Warbird-Enthusiasten freuen dürfte, nachdem wir in Braunschweig quasi ein jahrelanges "Monopol" auf Fotos von ihr hatten. Aber, auch mich begeistert diese beeindruckende Maschine immer wieder aufs Neue.
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Dem Flugplatz Magdeburg ist nicht nur zum Jubiläum zu gratulieren, sondern auch zu seinem gelungenen Flugplatzfest. Für jeden war etwas dabei: Fahrgeschäfte, Live-Musik, Rundflüge, Fly-In und Flying Displays. Von Privatfliegern über schöne Oldtimer und spektakuläre Warbirds bis hin zu aktueller Technik von Polizei und Bundeswehr, war auch das Spektrum für die Luftfahrtbegeisterten breit gestreut. Respekt und Dank, für das, was die Magdeburger da aufgefahren hatten.
Gegen Hunger und Durst wurde ebenfalls reichlich vorgesorgt, sodass nicht nur Augen und Ohren auf ihre Kosten kamen. Vielleicht der einzige, kleine Kritikpunkt: Bei den sommerlichen Temperaturen hätte man sich über den einen oder anderen Sonnenschirm gefreut. Aber, ich habe es überstanden und freue mich über meine Ausbeute des Tages bei der Air Magdeburg 2026.


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Re: [Bericht] Air Magdeburg 2026 – 90 Jahre Flugplatz Magdeburg

Beitrag von Swen » Do 4. Jun 2026, 16:35

Wieder eine Riesen Parade. Wahnsinn, da war richtig was los! Es hat sich mehr als gelohnt.
Bis denn der Swen

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Re: [Bericht] Air Magdeburg 2026 – 90 Jahre Flugplatz Magdeburg

Beitrag von BSer » Do 4. Jun 2026, 16:43

Sehr toller Bericht Uwe, vor allem mit den ganzen Hintergrundinformationen! Die Hitze war bestimmt nicht ohne. Ist schon echt lange her dass ich bei einer Airshow war, da bekomme ich echt wieder Lust. Leider passen bei mir die Wochenenden mit Magdeburg und ILA nicht.
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Re: [Bericht] Air Magdeburg 2026 – 90 Jahre Flugplatz Magdeburg

Beitrag von Uwe » Do 4. Jun 2026, 16:48

Danke!
Ja, die wussten ihren Geburtstag zu feiern. :beer:
Ich möchte nicht wissen, was das für ein riesen Organisationsaufwand dahinter war. Aber es gibt in den sozialen Netzwerken überwiegend positive Reaktionen, insofern haben sich die Mühen sicherlich gelohnt.
Gruß Uwe :hi:


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