[Bericht] VLM / Fokker 50 / HAM-ANR-RTM-HAM

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[Bericht] VLM / Fokker 50 / HAM-ANR-RTM-HAM

Beitrag von Karsten » Fr 16. Okt 2015, 22:20

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Zu Beginn des Februar 2015 war im airliners.de-Forum in den Streckenankündigungen zu lesen, dass VLM Airline Strecken ab Hamburg aufnehmen wird. Also, wie auch bereits vor einigen vergangenen Reisen, schnell auf die Airline-Website und die Buchungsmaske bzw die Flugpläne geprüft. Die Wahl fiel ziemlich schnell auf einen Flug nach Rotterdam. Am Wochenende nicht als Tagestrip buchbar, jedoch an allen deutschen Feiertag auch unter Woche, in unserem Fall der Pfingstmontag, verfügbar. Für einen Preis knapp unter der 100€ fanden sich bald 3 Reisende zusammen.
Bereits während der Buchung beschlich mich das Gefühl, dass uns die deutschen Feiertage in Bezug auf unseren Reisetermin in naher Zukunft noch einholen würden.
Ungefähr 3 Wochen später erhielten wir eine eMail, dass eine Umbuchung, aus Gründen die VLM nicht zu vetreten habe, erfolgen müsse. Haha, wers glaubt. Genau meine Vorahnung mit dem erfolgten Zusammenstreichen der deutschen Feiertage ist eingetreten. Die automatisierte Umbuchung wollte uns am gleichen Tag vor dem Hinflug schon wieder nach Hamburg schicken. Ein Anruf bei dem äußert freundlichen und kompetenten Service von VLM, brachte die Erkenntnis, dass wir eine Erstattung des Flugpreises oder aber eine Umbuchung auf einen anderen Flugtag durchführen können. Natürlich wurde das EU-Recht auf eine Ersatzbeförderung (z.B. eine Zugfahrt oder natürlich eine andere Airline) mit pauschalen Argumenten abgelehnt. Dies nun ist in Bezug auf dieses EU-Recht mitlerweile meine dritte negative Erfahrung. Da nehmen sich FlyBe, VLM und airberlin sich nichts. Natürlich kann man den Fall einem Reiseanwalt (auch im airliners.de-Forum Mitglied) übertragen und dieser bewirkt in den meisten Fällen schon durch ein offizielle Schreiben eine Ersatzbuchung. Jedoch war in allen diesen drei Fällen der Sinn der Reise, wie auch der Preis, zu gering um eine solchen Weg einzuschlagen.
Nach nun mitlerweile einem dritten Anruf erwirkten wir eine Umbuchung auf den 04.06.2015.

10 Wochen nach diesem Telefonat, starte der Flug-Verrücktentrip ab 05:45 Uhr morgens per PKW am Flughafen Braunschweig. Wie so oft machte sich für einen winzigen Moment Wehmut darüber breit, dass man nicht ab Braunschweig fliegen kann.

Überpünktlich trafen wir in Hamburg ein. Das Auto wurde in einem der überteurten Parkhäuser abgestellt und direkt die Toiletten und wenig später der Check-In aufgesucht. Dort Empfing uns ein professionel, wohlig gelaunter Check-In-Agent, der uns, aus seiner Sicht, keine postiven Nachrichten zu überbringen hatte. Unser Hinflug wurde auf Grund eines AOG (aircraft on ground) am Vortag mit dem Flug nach Antwerpen zusammen gelegt. Dadurch würden wir zuerst nach Antwerpen und nach einer kurzen Pause ca 2 Stunden später in Rotterdam ankommen.
Mit der Reaktion der drei Reisenden aus Braunschweig hat er sicherlich nicht gerechnet: breites Grinsen und volle Begesterung!
Unseren Sitzplatzwünschen, im hinteren Teil der Kabine mit Plätzen an den Fenstern, wurde entsprochen. Zusätzlich erhielten wir auch schon die Bordkarten für den Rückflug am Abend.
Etwas irritiert über unsere Freude entschudilgte er sich noch einmal für den Umstand der Verspätung.

Nun hatten wir insgesamt eine Stunde mehr Zeit in Hamburg und ca 2,5 Stunden Verspätung nach Rotterdam.
Die nun gewonenende Zeit nutzen wir für ein entspanntes Frühstück auf der Restaurant-Empore bzw die dort angeschlossene Besucher-Terrasse. Dort war ich bisher noch nicht bzw kenne nur die alte Terrasse, die bis zu SLB 26 heranreichte.
Insgesamt herrscht aber eine schöne Atmosphäre und selbst durch die Verglasung ließen sich einige Fotos für die Datenbank bei Jetphotos schießen.

Anschließend zur Sicherheitskontrolle welche in Hamburg per "Nacktscanner" durchgeführt wird. Alle Reisenden wurde gebeten, sämtlichen Inhalt aus den Hosentaschen usw auszupacken. Jeder Reisende erhielt zusätzlich den Appel auch die Taschentücher in die Plastikschale für das "Röntgengerät" zu packen, da sonst der "Nacktscanner" ständig ansprechen würde. Schon in der Schlange empfanden wir das als extrem unhygenisch.

Nach der Kontrolle übertüchnten wir den leichten Ekel mit gutem Parfüm aus dem Duty-Free. Gut duftend erreichten wir schließlich das Abfluggate, welches Busboarding vorsah. Auch der gut gelaunte Check-In Mitarbeiter war schon an seinem Platz für die Bordkartenkontrolle. Die anderen Passagiere, meist Geschäftsreisende, hatten schlechten Laune, denn sowohl der Antwerpen- wie auch der Rotterdam-Flug hatten eine deutliche Verspätung. Nur wir drei hatten sichtlich Gefallen an dem neuen Routing gefunden. Ein Flug mehr, ein neuer Flughafen mehr und sogar einen weiteren Staat (Belgien) besucht.

Ah, da kommt sie die Fokker 50, wie passend, OO-VLM.

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Bald begann das Busboarding welches sich, wie üblich, ewig in die Länge zog. Erst wenn alle Passagiere entgültig am Gate erschienen sind, fährt der meist überfüllte Bus endlich zum Flugzeug.

Nach einer halben Flughafenrundfahrt erreichten wir unseren heutigen Flieger
Das Aussencheck erfolgte Erfolgreich und so konnte das Einsteigen beginnen.


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Da ich am Vortrag noch in einem A320 mit neuer Kabinenausstattung saß, hatten diese Bedienelemte in der Tat einen gewissen Charme.
Die Kabine insgesamt ist natürlich auf Grund des Baujahres schon etwas älter aber dennoch in einem super Zustand mit bequemen Sitzen.


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Trotz der beiden zusammen gelegten Flüge war die Kabine zu maximal 75% gefüllt und jeder hatte einen Fensterplatz. Jeder ja, aber Achtung einer der LCBS-Reisenden saß einem Fensterplatz ohne Fenster. Die Enttäuschung war groß, zum Glück war ein Umsetzen auf Grund des geringen Loads problemlos möglich.


Für die kommenden drei Flüge des Tages, mein Platz in der letzen Reihe 14. Die Fensterposition nicht ganz ideal, aber alles besser als ein Platz am Gang.

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Apropos Fenster, diese sind recht großzügig gestaltet jedoch bedingt durch die tiefe Anordnung ist ein hinausschauen auf dem Boden mit starken Verbäugen nach vorne verbunden. Während des Fluges um so besser.

Zügig wurden die Tür geschlossen und die Triebwerke erwachten nach einander zum Leben.
Die Flugbegleiterin startete die englischsprachige Sicherheitseinweisung und führte die üblichen Handlungsweisen im Falle eine Notfalls vor. Taxi zur Startbahn 33 mit direkten Aufrollen. Die Triebwerke wurden auf Startleistung gesetzt, die Bremsen gelöst und mit einem deutlichen Ruck setze sich die Fokker 50 in Bewegung. Nach ungewohnt kurzen Rollweg erhoben wir uns in die Luft und bald war auf der linken Seite die Hamburger Innenstadt mit Hafen usw zu bestaunen.

Weiteres gleichmäßiges Steigen bis auf FL180.

Etwa auf Höhe Karlshöfen (EDWK), selbst schon mit der D-EKOS dort gelandet, erhielt ich mein Frühstücksverpflegung.

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Mit gemächlichen 230 Knoten, bei bestem VFR-Flugwetter, gab es auf Höhe der Deutsch-Niederländischen Grenze eine weitere Getränkerunde:

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Wenig später wurden aus einem Körbchen Bonbons und Schokotäfelchen, welche sehr gut schmeckten, gereicht:

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Den weiteren Flug sowie den beeindruckenden Anflug über den riesigen Seehafen von Antwerpen genoß ich ohne weitere Fotos.

Nach der Landung stieg mehr als die Hälfte der Mitreisenden aus und es blieb etwas Zeit für ein Schwätzchen mit den deutschsprachigen Piloten sowie dem einene oder anderem Foto der Umgebung:


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Nach knapp 20 Minuten wurden die Front- und Hecktür geschlossen und 10 min später befanden wir uns nach dem "Start-Ruck" schon wieder für den kurzen Flug nach Rotterdam in der Luft.
30 min später entluden wir uns aus dem Flieger in einen Flughafenbus. Die Strecke zwischen Flugzeug und Terminal wäre locker zu Fuß machbar gewesen.
Aber dennoch, willkommen in Rotterdam:

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Schon vorab in Braunschweig haben wir ein Tagesprogramm ausgearbeit und zeitlich in etwa festgelegt.
Hauptpunkt des Besuches, auch wetterunabhängig, sollte die neu eröffnete Martkhalle Rotterdam (http://www.zeit.de/2014/47/rotterdam-markthalle) sein.


Der Linienbus brachte uns direkt, innerhalb einer annehmbaren Zeit, zum Rotterdammer Hauptbahnhof. Ein kurzweiliger Spaziergang führte uns zur Markthalle.


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Einige Zeit schauten wir uns die verschiedensten Angebote von Speisen sämtlicher Stände an, bis wir nahezu zum Ende unseres Rundgangs an einer kleinen Restaurant-Bar die Teller-Platten andere Gäste bestaunten.

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Es waren Plätze frei und innerhalb kurze Zeit war jeweils ein lokales Bier und natürlich die leckere warme Platte geordert:

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Nach dem Mittagessen gab es noch ein Eis auf die Hand und ein kurzer Spaziergang zum nahegelegenden Hafen.
Durch die große Verspätung am Morgen entschlossen wir uns zeitig zum Flughafen zurückzukehren. Denn das Spottern an einem dem Terminal nahegelegenen Zaun bzw der Aussichtsterrasse sollte nicht zu kurz kommen.
Besonderer Clou der Aussichtsterrasse --> lediglich eine Trennwand separiert die Passagiere von den "Besuchern" auf der anderen Seite. So war auch als Passagier ein Terassenerlebnis wie in Braunschweig möglich. Die meisten Passagiere nutzten die laue Abendsonne im Rücken, um sich, über die Außenbar, Mut für einen der vielen Transavia Flügen in den Süden anzutrinken.

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Der Rückflug erfolgte ähnlich angenehm und unspektakulär wie der Hinflug, nur dieses Mal gab sich der Flugbegleiter noch mehr Mühe und beweiste noch größeres Engagement. Wozu Business-Class fliegen wenn es VLM gibt...!

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Selbst bei einem gefühlten "Full established ILS Runway 05" wurden noch Bonbons ausgeteilt.

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Aussteigen, Ankunft und Rückfahrt verliefen problemlos und erneut trat wieder ein abendlicher Schlaf ein, der nur nach solchen eine Tour möglich ist.


Wer nun Lust auf eine Reise mit der Fokker 50 bekommen hat, der sollte die Website vom VLM prüfen. Antwerpen, Rotterdam und Southampton werden zu teilweise recht interessanten Preisen angeboten.

btorsten

Re: VLM / Fokker 50 / HAM-ANR-RTM-HAM

Beitrag von btorsten » Sa 17. Okt 2015, 00:43

Sehr schöner Bericht. Super. Vielen Dank. Ihr wart in der tollen Markthalle. Die ist richtig cool. Unten Markthalle, oben Wohnungen.

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Re: [Bericht] VLM / Fokker 50 / HAM-ANR-RTM-HAM

Beitrag von Uwe » So 18. Okt 2015, 20:29

Schöner Bericht, schöne Bilder. Wie immer das Prädikat: "Sehr lesens- und sehenswert" :good:
Danke für's Mitnehmen!
Gruß Uwe :hi:


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