[Bericht] Air Fighter Academy - Hangar 10 auf Usedom

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[Bericht] Air Fighter Academy - Hangar 10 auf Usedom

Beitrag von Uwe » Sa 11. Okt 2014, 19:27

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2011 wurde der Hangar 10 der Air Fighter Academy von einem Privatsammler der Öffentlichkeit als Ausstellungsort einer ungewöhnlichen Sammlung klassischer historischer Flugzeuge und Fahrzeuge zugänglich gemacht. Ungewöhnlich auch, da sich die meisten Flugzeuge in flugfähigem Zustand befinden und auch geflogen werden. Einige der Maschinen können auch für Rundflüge über Usedom und entlang der Ostseeküste gebucht werden. Abgerundet wird die Ausstellung durch weitere Exponate und Informationsstände zu verschiedenen Themen der Luftfahrtgeschichte.

Der Hangar 10 befindet sich am Flughafen Heringsdorf auf der Insel Usedom, in unmittelbarere Nähe zu polnischen Grenze. Neben den Klassikern der Air Fighter Academy wird der Platz auch von anderen Oldtimern genutzt, z.B. der Ju 52 D-AQUI der Deutsche Lufthansa Berlin-Stiftung, die hier in den letzten Jahren im Frühjahr ihre Trainigsflüge zur Vorbereitung der Rundflugsaison absolvierte. Auch die Antonv AN-2 "Anushka" fliegt den Flugplatz Heringsdorf regelmäßig von Strausberg an.

Zum Hangar 10 hatten wir in der Vergangenheit schon den einen oder anderen Bericht. Hier nun ein paar aktuelle Bilder der Ausstellung. Weitere Informationen zu den einzelnen Maschinen findet man unter diesem Link.
Wie immer eine Herausforderung, das Fotografieren in engen Austellungsräumen. Aufgrund des Einsatzes von kurzen Brennweiten im Weitwinkelbereich lassen sich leider einige proportionale Verzerrungen nicht immer vermeiden.


Zwei Maschinen wurden an diesem Tag für Rundflüge vorbereitet und standen vor der Halle.

die Piper Super Cub PA-18 (D-ERDJ) aus den 50er Jahren, Nachfolgerin der Piper Cub J-3 aus den 40er Jahren ...
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... und die schöne Boeing Stearman A 75 N1 (D-ERAX) in ihrer farbenfrohen Lackierung der US-Navy-Trainingseinheiten
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Einer der Klassiker der Luftfahrt schlechthin: die De Havilland D.H.82a "Tigermoth" (D-EDAH) präsentiert sich hier in der Farben der Royal Airforce (RAF) der 40er Jahre. Sie wurde hier hauptsächlich für die Pilotenschulung in den Ausbildungseinheiten eingesetzt.
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Ebenfalls in den Farben der RAF, eine Supermarine Spitfire MK IX T9 (D-FMKN). Sie trägt hier die Markierungen der No. 341 Sqn "Alsace", in der während des zweiten Weltkriegs französische Piloten dienten. Bemerkenswert: bei der T9 handelt es sich um eine zweisitzige Version, die hinter dem Pilotensitz ein zweites, erhöhtes Cockpit hat. Hier ist es abgenommen und abgedeckt, was der Ästhetik der Spitfire sehr entgegenkommt.
Über der Spitfire ist der Rumpf eines Fokker Dreideckers DR 1 zu erkennen.
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Die Yakowlew JAK-9UM (D-FAFA) ist ein Nachbau unter Verwendung von Originalteilen des des sowjetischen Jägers aus dem zweiten Weltkrieg.
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Ein paar interessante Details der Lackierung. Sowjetische Flugzeuge trugen häufig Parolen oder Auszeichungen der Piloten oder Staffeln auf dem Rumpf.
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Eher ungewöhnlich die Darstellung eines Adlers, der sich eine Me 109 greift.
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Ende der 20er Jahre entworfen, eine Polikarpow Po-2 (D-EEPO). Quasi die sowjetische Tigermoth, eines der meistgebauten Flugzeuge der Welt.
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In den 30er Jahren in Deutschland entwickelt und gebaut:
Bücker Jungmann Bü 131 B (D-EJTR) ...
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... und Bücker Jungmeister Bü 133 C (D-EPAX). Beide Maschinen waren kunstflugtauglich und würden auch als Schulflugzeuge eingesetzt.
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Eine späte Version der Messerschmitt Me 109, eine G-14. Diese Maschine ist nicht flugfähig, aber zur Zeit werden zwei weiter Me 109 aufgebaut, die dann auch wieder die Lüfte erobern sollen.
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Die Focke-Wulf Fw 190 D-9 war ebenfalls eine späte Weiterentwicklung der Focke-Wulf Fw 190 A. Statt eines luftgekühlten BWM-Sternmotors flog sie mit einen wassergekühlten Junkers-Jumo-Motor. Deshalb bekam sie auch den Namen "Langnase". Die "Dora" ist ebenfalls ein statisches Exponat.
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Aus amerikanischer Produktion: eine North American AT-6A Harvard Mk.II (D-FITE). Bei den Amerikanern bekam sie den Namen "Texan", bei den Briten den Namen "Harvard". Sie war die Nachfolgerin der Stearman bei der Ausbildung der amerikanischen Militärpiloten.
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Auch sie präsentiert sich im gelben Outfit der amerikanischen Ausbildungseinheiten.
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Sicherlich eines der elegantesten Jagdflugzeuge im zweiten Weltkrieg: die North American Mustang P-51D/TF »Little Ite« (D-FUNN). Hier im edlen polierten Alu-Kleid (was das Fotografieren allerdings zur Herausforderung macht).
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Ein paar weitere Impressionen ...
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Der neueste Zugang im Hangar 10: am 04.10.2014 kam die Fieseler Fi-156 C-2 "Storch" (D-EVAS) in Zirchow an und ergänzt nun die Sammlung um ein weiteres bemerkenswertes Exponat. Mit seinen extremen Kurzstart- und Landeeigenschaften fand der Storch im zweiten Weltkrieg an allen Fronten weitreichende Verwendung als Verbindungs-, Aufklärungs- und Sanitätsflugzeug.
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Weitere Exponate der Ausstellung:

Das Wrack dieser Messerschmitt Bf 109-E3a wurde 1984 in den Alpen geborgen. Dabei handelte es sich um die Exportversion der "Emil", die für Jugoslawien vorgesehen war. Dorthin wurde sie aber nicht ausgeliefert. Stattdessen flog sie in der Luftwaffe. Ende 1940 stürzte die Maschine bei einem Kunstflugmanöver in den Alpen in unwegsamen Gelände ab. Der Pilot fand dabei den Tod.
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Zum Abschluß noch zwei alte Schulgleiter SG 38. Mitte der 30er Jahre entwickelt, war der SG 38 sehr robust und deshalb bestens für die Alleinflugausbildung geeignet.
Einer restauriert ...
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... und der Andere noch mit Spuren eines bewegten Lebens.
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Und noch zwei Bilder aus dem Fahrzeugpark:
Ein sowjetischer GAZ 64 mit Blick in die Ausstellungshalle. Im Hintergrund ist noch ein DKW F8 zu erkennen ...
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... und eine Zündapp KS 750.
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Damit endet der kleine Rundgang. Was die Bilder nicht vermitteln können, ist das besondere Flair des Hangars mit seinen "lebenden" Exponaten. Das kann man nur vor Ort erleben.

Der Hangar 10 verfügt auch über eine Indoor- und Outdoorspielwelt, sowie einen 360° Simulator, so dass die kleinen und großen Kinder hier auch auf ihre Kosten kommen. Für den großen und kleinen Hunger lohnt es sich, das Restaurant im Hangar zu besuchen: nettes Ambiente, schöne Speisekarte und freundlicher Service.

Also, wer mal im Nord-Osten der Republik unterwegs ist, sollte ruhig ein paar Stunden für den Hangar 10 einplanen. Es lohnt sich auf jeden Fall.
Zuletzt geändert von Uwe am Mi 15. Okt 2014, 10:05, insgesamt 4-mal geändert.
Gruß Uwe :hi:


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Re: Air Fighter Academy - Hangar 10 auf Usedom

Beitrag von Karsten » So 12. Okt 2014, 19:18

:good: Was soll man noch weiteres außer dem was der Smiley zeigt sagen!
Super recherchiert und gewohnt gute Bilder von dir Uwe!
Und wenn es eine "lebendiges" Museum ist, dann wird es sogar für mich Interessant.

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Re: Air Fighter Academy - Hangar 10 auf Usedom

Beitrag von Heino » So 12. Okt 2014, 21:23

Junge, Junge! Kein Wunder dass das mit dem Fotografieren eng wurde: In den letzten zwei Jahren hat Hangar 10 ganz schön viel Zuwachs bekommen. Auch die Storch hast du schon fertig ablichten können! Von ihr und der Fw 190 waren die Restaurationsarbeiten erst damals begonnen worden. Jungmeister und Piper sind auch neu. Fazit: Ich muss mal wieder nach Usedom!

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