[Bericht] Good bye Transall – Der „Retro-Brummel” auf Abschiedstour

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[Bericht] Good bye Transall – Der „Retro-Brummel” auf Abschiedstour

Beitrag von Uwe » So 6. Jun 2021, 10:49

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In diesem Jahr wird die Transall nach über 50 Jahren im Dienst der Bundeswehr ausgemustert. Der letzte Verband, der die Transall noch einsetzt, ist das Lufttransportgeschwader (LTG) 63 im schleswig-holsteinischen Hohne. Für die Verabschiedung erhielt die Maschine mit der taktischen Kennung 50+40 eine Sonderlackierung und wurde auf den liebevollen Namen „ Retro Brummel“ getauft. Das macht sie natürlich auch für Spotter zu einem begehrten Fotomotiv.
Der "Retro Brummel" vereint alle Lackierungen, die die Transalls der Bundeswehr im Laufe der Jahre getragen haben, angefangen vom Silber der ersten Maschine über verschiedene Tarnmuster bis zum Weiß der UN-Einsätze. Daneben zieren den Rumpf Szenen aus den verschiedenen Missionen und natürlich die fleißige Biene aus dem Geschwaderwappen des LTG 63. Eine schöne Idee für den letzten Engel der Lüfte.

Für den 03.06.2021 war eine erste Abschiedstour im Norden angekündigt. Die geplanten Stationen der Tour wurden nach und nach bekannt gegeben. Die von uns aus gesehen nächstgelegenen Standorte waren Fassberg, Wunstorf und Bückeburg. In Aussicht gestellt wurden Überflüge der Transall mit den an den jeweiligen Standorten beheimateten Fluggeräten, was natürlich für die Auswahl des Ziels der Spottertour eine gewisse Bedeutung hatte. Allerdings waren die Infos zum „Programm vor Ort“ eher unverbindlich.
Zweiter wichtiger Punkt: Welcher Platz bietet gute und vor allem auch gut erreichbare Spotterpunkte? Unter diesem Gesichtspunkt fiel Fassberg gleich aus der Auswahl heraus. Die anderen beiden Ziele boten in dieser Beziehung gute Voraussetzungen. Blieb also noch das „Beiprogramm“: In Bückeburg sind Eurocopter EC-135 und NH90 stationiert, in Wunstorf der Airbus A400. Hier hatte Wunstorf die Nase vorn, denn Fotos vom Vorgänger und dem Nachfolger hätten schon ihren Reiz gehabt. Außerdem wäre die Strecke nach Wunstorf kürzer gewesen. Also sollte Wunstorf das Ziel der Tour sein und damit konnte die Planung beginnen.
Der Wetterbericht, inklusive der zur erwartenden Windrichtung, wurde nun häufiger abgerufen. Der Wind aus östlicher, bzw. südöstlicher Richtung blieb konstant, aber leider reduzierten sich die zu erwartenden Sonnenstunden mit jedem Tag - aber immerhin, es sollte trocken bleiben. Als nächstes wurden die Spotterpunkte herausgesucht, die für Anflüge aus westlicher Richtung geeignet wären, inklusive der Parkmöglichkeiten für das Reisemobil. Nach der Veröffentlichung des Zeitplans für die Überflüge konnte dann zu guter Letztauch unsere Abfahrtzeit festgelegt werden.
In Wunstorf wurde der „Retro Brummel“ um 11:10 Uhr erwartet. Da die A2 immer für eine negative Überraschung gut ist und damit wir etwas Zeit zur Erkundung vor Ort haben würden, haben wir die Abfahrtzeit um 7:30 Uhr vereinbart. Eventuell konnten wir auch noch etwas Flugbetrieb in Wunstorf mitnehmen, bevor die Transall kommen würde. Damit war für unsere Tour alles geklärt …

… bis am Abend vor der Tour die Ansage kam, dass es in Wunstorf wohl nur einen Überflug geben würde und auch kein A400 im Verbund mit dem „Retro Brummel“ fliegen würde. In Bückeburg hieß es immerhin noch, dass vielleicht in Formation mit den Helis geflogen wird. Was nun? Kurzfristig haben wir uns dann für Bückeburg entschieden, Ankunftszeit dort 10:55 Uhr. Eine gute Entscheidung, wie sich noch herausstellen sollte.
Die Fahrt nach Bückeburg verlief problemlos. Nach 90 Minuten auf der A2 waren wir da und haben uns auf etwas Flugbetrieb gefreut. Aber, nicht ein einziger Heli ist geflogen. Wahrscheinlich wollte niemand den „Retro Brummel“ verpassen. Immerhin hatten wir so genug Zeit, uns vor Ort umzuschauen um einen guten Standort zu finden. Nach und nach kamen weitere Spotter und Schleierwolken, wobei sich die Zahl der Spotter im Gegensatz zu den Schleierwolken in Grenzen hielt. Wir bezogen unseren Posten am Westende der Bahn für den ersten zu erwartenden Anflug. Der kam auch, aber aus der anderen Richtung. Aber immerhin, jetzt ging es los.

Da kamen die Transalls. Begleitet wurde der „Retro Brummel“ von einer Kameramaschine, die die Tour dokumentiert hat, aber leider nicht von einer Ehrenformation aus Bückeburg. Schade.
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Auf Höhe des Towers drehten die beiden Maschinen nach rechts ein und holten aus für den Gegenanflug.
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Mit ausgefahrenem Fahrwerk zog der „Retro Brummel“ an uns vorbei.
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Zwei Überflüge, war’s das schon? Nein, die beiden Maschinen flogen noch eine Platzrunde und diesmal ging es in den Landeanflug für einen Touch & Go. Die Kameramaschine zog über die Bahn hinweg ….
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Wer nicht etwas abseits vom Zaun stand, so wie ich, und eine Leiter dabei hatte oder groß genug war, konnte den Bonuspunkt mitnehmen. Vielleicht eine kleine Entschädigung für die fehlende Formation.
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Nach 10 Minuten war die “Show“ beendet.

Auch wenn wir uns etwas mehr Sonne gewünscht hätten und sich die Hoffnung auf eine Formation mit ein, zwei Helis des Standortes nicht erfüllt hat, war es dennoch in Ordnung. Denn immerhin, das Ziel, ein paar anständige Fotos vom „Retro Brummel“ mitzubringen, war erreicht.
Da sich nichts weiter vor den Hangars tat, haben wir nach einem kurzen Imbiss den Rückweg angetreten und die Vorzüge eines Autos mit Automatikgetriebe schätzen gelernt. Denn noch vor Hannover ging es bis Peine los im vermehrten Stop & Go. Nach 2 ½ Stunden waren wir dann am Nachmittag in Braunschweig zurück.

Ach ja, warum Bückeburg die bessere Wahl war? Zwei Überflüge, ein Touch & Go. In Wunstorf gab es viele lange Gesichter, weil die beiden Transalls nicht wie erwartet über die Ost-West-Bahn hereinkamen, sondern über die nicht genutzte Nord-Südbahn und nur einen hohen Überflug über die aktive Bahn machten. Es gab wohl einige enttäuschte Gesichter dort. Das wäre uns wohl auch so gegangen …

Was bleibt von dieser Tour? Ein weiter Weg für ein Flugzeug in einmaliger Lackierung um einmal Good-bye zu sagen: "Good bye, Engel der Lüfte …"
Gruß Uwe :hi:


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Re: [Bericht] Good bye Transall – Der „Retro-Brummel” auf Abschiedstour

Beitrag von Karsten » So 6. Jun 2021, 21:36

Klasse Bilder und ich fühle tatsächlich den Kitzel und den Erfolg über den erfolgreichen Fang mit. Danke Uwe, sehr mitnehmend und zum "dabeisein" geschrieben. Und auch das Rundherum und das Vorab und Danach machen des Hobby so interessant.

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Re: [Bericht] Good bye Transall – Der „Retro-Brummel” auf Abschiedstour

Beitrag von Uwe » Di 8. Jun 2021, 07:39

Hat auch mal wieder Spaß gemacht, das "Kribbeln" zu spüren, wenn man auf Tour geht ... :grin:
Gruß Uwe :hi:


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