Nicht nur einmal, smile. Ich hatte in meiner Karriere als Pilot schon dreimal einen Motorausfall, wobei es einmal "nur" die Magnete betraf, aber Leistung war nicht mehr aus dem Aggregat zu holen.
Es sind zwei verschieden Sachen, ob man ein Flugzeug sicher fliegen und dann auch landen kann, oder ob man alles Procedere des Flugzeugs so vergegenwärtigt hat, daß man ohne Checkliste auskommt. Sicher würde ein Flugzeug nicht kaputtgehn oder die Landung schiefgehn, nur weil ich ohne Checkliste mal einen Punkt nicht in der richtigen Reihenfolge abhandle oder ihn gar nicht ausführe.
Aber sowohl die Flugzeugentwickler als auch die Luftfahrtbehörden haben sich schon was dabei gedacht, Checklisten zu schreiben und dem Piloten zur Verfügung zu stellen.
Das Wichtigste ist beim Fliegen, das Flugzeug zu fliegen, Checkliste hin der her, da geb ich dir Recht.
Wer das nicht beherrscht, der soll lieber mit dem Fahrrad fahren.
Aber sosehr man auch "seine Machine" beherrschen mag, es ist nunmal ein Mensch, der da am Steuerknüppel /-horn sitzt, und Menschen neigen dazu, Fehler zu machen. Und um dieses "Sicherheitsrisiko Mensch" zu minimieren, dazu sind die Checklisten bestens geeignet, deswegen will und werde ich nicht drauf verzichten.
Es heißt nicht umsonst bei den Piloten, daß der größte Fehler an einem Flugzeug ist, daß der Pilotensitz besetzt ist.
Und zu einer Flugvorbereitung gehört nun mal nicht nur das Wetter, der Strich in der Karte, Anflugblätter, Streckennavigation und und und... sondern auch, daß die Checkliste an Bord ist und auch genutzt wird. Und ob du es glaubst oder nicht: ein Flugzeug fällt nicht einfach vom Himmel, nur weil der Propeller mal stehnbleibt (was er ja nicht wirklich tut), man hat also in der Regel immer die Zeit, die Checkliste zu lesen. Sowas dauert keine Minute. Deswegen wird das Teil ja auch griffbereit im Flugzeug abgelegt, so daß ich nicht erst suchen muß.
Denn eines ist doch klar: Wenn du diese Zeit nicht mehr hast, dann wirst du auch keine Checkliste mehr brauchen, NIIIIEEEE MEHR !!!!

Mindestens die zeitkritischen Verfahren - Durchstarten, Motorausfall, Notlandung - sollte man ohne Checkliste hinbekommen.
Für diese "Notfälle" wirst du während der Schulung ausreichend trainiert und das sitzt auch ohne Checkliste.
ABER!!!!Wieviele Piloten machen während ihrer Flugsaison mal Ziellandungen? Wie oft sieht man Flugzeuge landen, wo es besser gewesen wäre durchzustarten, grade auf kleinen Plätzen? Wann läßt sich ein "alter Hase" mal dazu herab, einen Fluglehrer zu bitten, mal eine Notlandeübung mit ihm zu fliegen? Nur durch ständige Übung und Wiederholen dieser Flugverfahren kann ein Pilot einen Notfall meistern, wenn er dann mal auftritt. Und frage ja nicht, wieviel Stress bei den meißten aufkommt, wenn der Motor mal spuckt, ausfällt, oder sonst was ungewöhnliches auftritt. Da könnte ich Bücher drüber schreiben. Ich war ja nach meiner Ausbildung mehr als 7 Jahre noch mit der Flugschule eng verbunden, bei der ich meinen Flugschein gemacht habe und bin sehr oft als Safty-Pilot mitgeflogen. Da fragst du dich manchmal, wie manche den Schein bekommen haben, oder ob sie ihn nicht doch in der Lotterie gewonnen haben.

Deswegen finde ich es gut, daß es eingeführt wurde, daß man zur Verlängerung mindestens auch eine Stunde mit einem Fluglehrer fliegen muß. So können wenigstens die gröbsten Fehler wieder mal korrigiert werden. Und daß sich mit der Zeit immer wieder mal "Angewohnheiten" einschleichen, die man eben nicht machen sollte, das mußte auch ich schon mehrmals zur Kenntnis nehmen. "Nobody is perfect!"
Wo und wie hat es dich denn erwischt?
Das mit den Magneten war einmal kurz nach dem Abflug, so in 500 ft Höhe. Gott sei dank war es nur ein Magnet. Aber der verantwortliche Pilot (ich saß am Co-Sitz) wollte umkehren und zum Flugplatz zurück. Da hab ich ihn gebeten, mich weiterfliegen zu lassen. Und erst, nachdem ich Platzrundenhöhe hatte, sind wir dann ganz normal gelandet. Alles andere wäre garantiert nicht gut gegangen.
Dann hatte ich einmal totalen Ölverlust. Das Flugzeug kam aus der Jahresnachprüfung und die Mechaniker hatten den Ölfilter nicht richtig eingebaut, und dadurch "tröpfelte" das Öl schön langsam aus. Nach einer Flugzeit von fast 4 Stunden war der Ölvorrat verbraucht, Der Öldruck stieg und fiel immer wieder, was mich anfangs an einen Instrumentenfehler glauben ließ, da sich die Temperatur nicht veränderte. Erst so ne halbe Stunde vor der Landung wußten wir dann, daß wir Öl verloren haben und es nicht am Instrument gegelegen hat. Das war auf dem Flug von Split (Kroatien) nach Vöslau (Österreich). Aber ich habe die Machine sauber gelandet (ohne einen Tropfen Öl) und der Motor läuft heute wieder, wie neu.
Bei einem Flug von St. Johann nach Weiden hatte ich dann mal eine Verstopfung in der Treistoffleitung. Da der Motor nur noch sporadisch Leistung abgab, habe ich es dann vorgezogen in Straubing zu landen. Das was mich am meißten geärgert hatte an dem Flug, daß genau nach dem Aufsetzen plötzlich die Leitung wieder frei war. Doch an diesem Tag bin ich nicht mehr weitergeflogen, sondern habe die Maschine in der Werft nachsehen lassen. Am nächsten Tag, nach einem Checkflug durch die Werft bin ich dann erst weiter nach Hause geflogen. Wäre ich weitergeflogen, dann hätte ich sicher irgendwo auf einem Acker oder Wiese landen müssen.