Firma Carplane

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Re: Firma Carplane

Beitragvon JensNDS » 07.06.2011 00:58

Sorry, ich bin raus... Ich halte dieses Projekt für nicht realisierbar. Für mich hört sich das ganze nach einer Studentenprojekt an. Entweder ich fliege oder ich fahre. Welcher Pilot will schon mit seinem Flugzeug fahren? Warum ist das DLR und die ESA nicht dran beteiligt? Selbst wenn es einen Prototyp gibt, findet sich auch ein Abnehmer? Eine Serienfertigung?

Ich bin immer für Forschung, gerade in der Luft- und Raumfahrt. Aber ein Carplanedingsbums (c) (R) realisiert von einer "Noname GmbH"... irgendwie komisch...sorry...



Warum wird es nicht von Herstellern wie z.B. Cessna und Co. entwickelt? Wenn es so toll und umsatzstark wäre, hätten sie es bestimmt schon längst gebaut.

Trotzdem viel Glück, vielleicht werde ich ja eines besseren belehrt :)
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Re: Firma Carplane

Beitragvon Swen » 07.06.2011 10:21

Wenn es so toll und umsatzstark wäre, hätten sie es bestimmt schon längst gebaut.


Na da hat aber jemand nicht mit gelesen.... Autobote gab es auch. Es gab dafür auch Abnehmer. Warum darf es kein Nischenprodukt auf dem Markt versuchen? Es wird bestimmt dafür Abnehmer geben. Vielleicht auch nur für die Leute mit ein größeren Geldbeutel. Wer kann schon von sich behaupten, dass sein Auto fliegt?

Das Video hätte man von Anfang an in die Diskussion einbringen sollen. Da kommen bestimmt neue Fragen, aber auch ein verstehen wie alles aussehen soll.
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Re: Firma Carplane

Beitragvon johnbrown » 08.06.2011 05:25

BSer hat geschrieben:was spricht zum Batterie-Laden gegen Solarkollektoren auf dem
HTP (evtl. Schwerpunktproblem), Dach oder sogar auf den Tragflächen (dann
wären sie unnütz im Road-Modus)? Geflogen wird sicherlich nur bei sonnigem
oder zumindest gutem Wetter, d.h. die Solarkollektoren werden meistens auch
Sonne sehen. Aber daran habt ihr sicher auch schon gedacht.


Allgemeine Entwicklungen auf dem KFZ-Markt kommen uns entgegen:
- BMW & VW kaufen sich in SGL-Carbon ein im Versuch, ihre Fahrzeuge leichter
und stärker zu machen.
- Beinahe alle Hersteller versuchen, ihre Fahrzeuge stromlinienförmiger zu machen.
Was leicht, stark & stromlinienförmig betrifft, so sind wir schon da, wo die hin wollen.

Wir müssen aber noch ein zusätzliches Triebwerk (für Luftmodus), aerodynamische
Steuerung u.v.m. unterbringen.
Guckt man sich Solarautos an, so stellt man fest, dass die bereitgestellte Energie
gerade noch ausreicht, um eine leichte Person, fast liegend, ohne Payload,
Zweittriebwerk und Kraftstoff für den anderen Modus relativ langsam in einem für
lange, flache Strecken konzipierten Fahrzueg zu befördern.

Mir sind zwar keine Beispiele von Fahrzeugen bekannt, wo Sonnenenergie neben einer
Batterie als "range extender" eingesetzt wird. Ich vermute aber, dass sie als Energie-
quelle zu schwach ist. Hinzu kommt, dass wir die Anzahl der völlig neuen Entwicklungen
möglichst gering halten möchten. Es ist schwer genug, ein praktisches Flugauto zu
bauen. Da möchte man nicht zugleich, völlig neue Antriebskonzepte erfinden. Unser
Prinzip lautet: wo es geht, handelsüblich erhältliche - "off the shelf" - Teile einsetzen,
die keine Entwicklung erfordern - denn es ist Entwicklung genug, sie alle zu integrieren.
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Re: Firma Carplane

Beitragvon johnbrown » 08.06.2011 05:35

Revilo hat geschrieben: bei der Akaflieg geht es nicht um das Vorbereiten einer kommerziell
erfolgreichen Serienfertigung, sondern eher um das Ausloten des technisch machbaren.
Da kann man mutiger sein


Es gab bereits ca. 2.000 bekannte Flugauto-Versuche, wovon fast 300 flogen. Also,
völlig neu sind weder die Bemühungen noch die Technologien. Es wird seit Jahrzehnten
eher um eine marktfähige Kombination bestehender Technologien gesucht. Aber
auch das ist wahrlich nicht leicht.
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Re: Firma Carplane

Beitragvon johnbrown » 08.06.2011 06:08

Revilo hat geschrieben: gibt es nicht mittlerweile strenge Forderungen hinsichtlich
Ausrüstung mit ABS, Airbags und Nachweise von passiver Sicherheit durch
Crashtests? Ich könnte mir vorstellen, dass sich diese schwierig mit dem
absoluten Leichtbau vereinbaren lassen


Ja, aber
1. nur ab Herstellung von 1.000 Stück, und
2. nicht für "Quads" in der Zulassungskategorie "L7E".

Viele schimpfen über Politiker. Gesetze werden aber meistens aus gutem
Grund von Menschen, die vorher lange überlegen, gemacht. In den Beratungen
zur EU-Gesetzgebung kommt zudem jedes Land zu Wort. Da wird an Vieles gedacht.

Würden alle Vorschriften ab dem ersten Fahrzeug erfüllt werden müssen, so
wären nur noch große Hersteller in der Lage, ein neues Fahrzeug auf den Markt
zu bringen und alles Innovation durch kleine Firmen wäre unmöglich. (VW gab
angeblich €600 Mio. für die Entwicklung des neuesten Golf-Modells aus.) Darum
gibt es die Ausnahme bis 1.000 St..

Im Zusammenhang mit dem Bau eines Flugautos sagte einmal NASA-Wissenschaftler,
Andy Hahn, dass die in den USA ab 1972 geltenden Crash-Test-, Insaßenschutz-,
Stoßstange-, Emissions-, und andere Bestimmungen ca. "1,000 Pfund mehr Gewicht"
erfordern.

Quads sind gänzlich von jenen Vorschriften ausgenommen. Die dürfen aber
nicht mehr als 550kg Leergewicht haben - für uns, leichtes Spiel. Und wenn sie
hauptsächlich abseits des Straßennetzes zum Einsatz kommen (was ja auf unser
Fahrzeug zutrifft), ist eine Geschwindigkeits-Obergrenze kein Thema.

Wir hätten also 2 Möglichkeiten, trotz dieser Bestimmungen weiter zu kommen.
Wir werden dennoch diese Eigenschaften - soweit wie möglich - einbauen. Vielmehr
sind wir selbst überrascht, wie gut dies bislang gelungen ist:

Wir setzen vorn & hinten auf Deflektion (muss man ja, bei max. 650kg Gew.):
- Beim Front-Aufprall brechen die Vorderräder unten weg (wie bei der Daimler A-Klasse)
und die Kabinen werden darüber hinweg geschleudert;
- Beim Aufprall von hinten wird das Fahrzeug wegen des schrägen Hecks nach oben
hinweg gehieft.
Beim Seitenaufprall geht's dem Insaßen im verstärkten Cocoon
- wegen seines verstärkten Einzel-Cocoons auf der Aufprall-Seite etwas besser als bei
vielen Kleinfahrzeugen; und
- auf der gegenüberliegenden Seite blendend, denn zwischen ihm und der Aufprallstelle
gibt es 3 verstärkte Wände + ein 1,2m breiten Zwischenraum.

Als wir 2008 zu bauen begannen, war TÜV noch nicht so empfänglich für CFK.
Mittlerweile ist man dort fürs Thema sehr offen.

Fazit: Anfangs dachten wir, das ist ein KO-Kriterium. Jetzt sind wir diesbzgl. zuversichtlich.
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Re: Firma Carplane

Beitragvon johnbrown » 08.06.2011 06:19

Revilo hat geschrieben: zumal im Straßenmodus gar kein Blickkontakt zwischen den
beiden Kabinen möglich zu sein scheint?


Doch.

nur die Flugzeit zählt als Betriebszeit für die TBO. Standläufe oder
das Rollen am Boden werden nicht berücksichtigt. Wichtig ist nur eine schlüssige
Argumentation: So gelten für Schlepp- oder Absetzmaschinen die gleichen 2.000
Stunden TBO wie für Flugzeuge, die immer in einer beheizten Halle stehen und
nur im Reiseflug eingesetzt werden. Die neuen Regelungen lassen ja viel
Spielraum für ein Austausch "on condition" zu.


Danke für die Anregungen. Wir werden Entsprechendes vortragen
(und Rückfragen ggf. weiterleiten!)
; )
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Re: Firma Carplane

Beitragvon johnbrown » 08.06.2011 06:38

platzrundendreher hat geschrieben: die getrennten Kabinen verursachen bei den Passagieren
oder auch gleichwertig qualifizierten Piloten ein starkes Unsicherheits-/Angstgefühl.
Die körperliche Nähe bzw. die direkte Kommunikation der Insassen ist psychologisch
doch sehr wichtig.


Falsch: Wir haben das Problem streitender Paare auf langen Reisen endlich gelöst!
Spaß beiseite... Wir wissen und räumen freimütig ein, dass dies die "unbekannte
Größe" unseres Kalküls ist.
Wird's angenommen? Keiner weiss es!
Zu bedenken ist aber:
- die Insaßen sitzen weiterhin nebeneinander, sehen sich und kommunizieren per Intercom;
- in vielen Flugzeugen sitzen die Insaßen hintereinander. Dabei sieht nur einer den Hinter-
kopf des anderen. Und auch die können nur per Intercom miteinander kommunizieren.
(Piper Cubs, Citabrias und Segelflieger wurden/werden schließlich zahlreich verkauft.)
Mit getrennten Kabinen hat jeder seine eigene Musik bzw. Radiolautstärke & Temperatur-
Einstellung. Insaßen können in der rechten Kabine Kuschelrock hören und 25 Grad
Temperatur einstellen. Ihre Frauen können sich dann links aufs Fliegen konzentrieren! ; )

Außerdem... welche körperliche Nähe meinst du denn eigentlich? Da wir mit Mogas
fiegen, kommen wir gar nicht in den "Mile High Club"! ; )

Aber klasse, dass sich eine Gruppe dieser Herausvorderung stellt, viel Erfolg
weiterhin!


Danke.

wer finanziert das und unter welcher Führung wird dieses Projekt veranstaltet?
Wird uns das Geheimnis dieser Gruppe vielleicht mal verraten?


Nein.
...von dir wissen wir ja auch nur, dass du "Platzrunderdreher" heißt ; )
Das ist doch gerade das schöne am Austausch im Internet-Forum, oder?
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Re: Firma Carplane

Beitragvon johnbrown » 08.06.2011 07:21

JensNDS hat geschrieben: Sorry, ich bin raus...


Schade.

Ich halte dieses Projekt für nicht realisierbar.


Grund wär mal ganz nett.
Soll ja ein Diskussionsforum sein, oder?

Für mich hört sich das ganze nach einer Studentenprojekt an.


Vor 6 Wochen sagte man das auch über den Atomausstieg.

Entweder ich fliege oder ich fahre.


Ist weiterhin erlaubt. Viel Spaß!

Welcher Pilot will schon mit seinem Flugzeug fahren?


Unsere Zielgruppe.

Warum ist das DLR und die ESA nicht dran beteiligt?


Frag sie!
Wer aller tatsächlich mitmacht, könnte überraschen!

Selbst wenn es einen Prototyp gibt, findet sich auch ein Abnehmer?
Eine Serienfertigung?


Fragen, mit denen nicht nur wir uns beschäftigen:
1989 ließ Mercedes-Benz AG von der Lufthansa Consulting eine weltweite
Flugauto-Marktanalyse durchführen (PARAT = Personal Air Road Advanced Transport).
Für eine modulare Version (d.h. + separates Flugmodul) wurde ein Markt für 35.000 St.
à DM 0,6-0,8 Mio. sowie für eine Schwenkflügler-Version 44.000 St. à DM 1,7-2,5 Mio.
festgestellt. Die deutsche Wiedervereinigung stoppte das Projekt.
(Übrigens: Feb. 2011 sagte Dieter Zetsche auf der Genfer Autosalon, dass Autos der
Zukunft fliegen werden.)
1970 ermittelte Ford einen US-Markt für 25.000 “Aerocar IIIs”. Strenge, neue Auto-
Sicherheitsgesetze & die OPEC-Krise stoppten das Projekt.
1947 baute Convair (heute General Dynamics) eine Fertigungsstraße für 160.000
Flugautos. Das Auslaufen des GI-Bills (Gratis Flugtraining für Kriegsveterane) stoppte
das Projekt.
2004 gewannen unsere Mitbewerber, Terrafugia(R), den Lemmelsen Prize des MIT für
dessen Marktstudie. Bis heute haben die 80 Vorbestellungen im Wert von US$16 Mio..

Ich bin immer für Forschung, gerade in der Luft- und Raumfahrt. Aber ein
Carplanedingsbums (c) (R) realisiert von einer "Noname GmbH"... irgendwie komisch...sorry...


"Carplanedingsbums" bitte immer mit (R)-Zeichen. Danke.
"irgendwie komisch" - ich würde gern dazu Stellung nehmen, aber bitte das "irgendwie"
genauer definieren. Danke.
"no-name GmbH"? - als der Verkehrsminister vorletzte Woche durch dpa über uns
gefragt wurde, wusste er, wie wir heißen. Er hatte auch eine konkrete (fundierte)
Meinung dazu.
Seit wir auf der Hannover Messe in der Forschungs- und Entwicklungs-Halle auf
dem Gemeinschaftsstand von Niedersachsen zwischen Premium Aerotec & DLR
ausgestellt haben, wissen viele, wie wir heißen. Auch die Wissenschaftsministerin
fand den Weg zu uns auf den Stand.

Warum wird es nicht von Herstellern wie z.B. Cessna und Co. entwickelt?


Cessna hat‘s versucht. Öfter sogar. Sie fanden aber keine gute Lösung
(immer entweder ein schlechtes Auto oder ein schlechtes Flugzeug).

Trotzdem viel Glück, vielleicht werde ich ja eines besseren belehrt :)


Danke. Wer weiß?
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Re: Firma Carplane

Beitragvon Revilo » 26.03.2012 21:45

Mich würde mal interessieren, ob es inzwischen Neuigkeiten von dem Projekt gibt?
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Re: Firma Carplane

Beitragvon Swen » 02.04.2012 18:59

Nun ist wohl von den Niederländern was erfolgreiches gestartet. Eigentlich ein GyroCopter.

http://pal-v.com/
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Re: Firma Carplane

Beitragvon Revilo » 02.04.2012 21:01

Das Konzept finde ich vielversprechender als das vom Carplane. Keine Flügel verstauen zu müssen, ist ein riesen Vorteil. Aber die typischen Probleme eines Multifunktionsgeräts hat es trotzdem - so sind selbst die vom Hersteller angegebenen "voraussichtlichen" Flugleistungen ziemlich bescheiden.
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